Kein Stall. Jesus war nicht arm.

Jesus war nicht „arm“. Und wir sollten aufhören, ihn so darzustellen.

Diese Erkenntnis kam mir, als die Pfarrerin in der Christmette gestern Abend die Weihnachtsgeschichte vorlas, in der altbekannten Lutherversion, und dann hing dieser Satz plötzlich in meinem Ohr:

„Und sie wickelte das Kind und legte es in eine Krippe, denn es war sonst kein Raum in der Herberge.“

Es war sonst kein Raum in der Herberge. In der Herberge. Maria war also offensichtlich in einer Herberge, als sie ihr Kind gebar. Nicht in einem Stall. Nur war es eben keine sehr geräumige Herberge, denn es gab sozusagen kein Kinderbett. Deshalb wurde das Baby in eine Krippe gelegt. Dazu muss man wissen, dass ein Futtertrog für Tiere damals zur normalen Ausstattung palästinensischer Häuser gehörte, und offenbar auch zu der von Herbergen.

Jesus war nicht arm, seine Eltern auch nicht. Die rührselige Geschichte, wonach sie sich kein Hotelzimmer leisten konnten und von bösen Herbergswirten abgewiesen wurden, sodass sie dann quasi auf der Straße übernachten mussten, ist schlicht erfunden. An keiner Stelle der Bibel ist davon die Rede, dass Jesus oder seine Familie arm oder sonstwie sozial Ausgeschlossene gewesen wären. Sie waren vielmehr ganz „normale“ Leute, nicht arm, freilich auch nicht reich, sondern Mittelmaß.

Die Krippe ist in der Weihnachtsgeschichte nicht ein Symbol für eine angebliche Armut, sondern ein Zeichen, an dem die drei Weisen aus dem Morgenland erkennen, um welches Baby in Bethlehem es geht – nämlich um dasjenige, das in einer Krippe liegt.

Es ist verständlich, dass die Volksfrömmigkeit in Europa, die die Architektur palästinensischer Häuser nicht kannte, das Wort „Krippe“ mit „Stall“ assoziiert hat und die Geschichte entsprechend phantasievoll ausschmückte. Und für sich genommen ist das auch unproblematisch. Was aber in der Tat ein Problem ist, ist die überbordende „Armutsphantasie“ in Bezug auf Jesus, die daraus folgte. Und zwar aus zwei Gründen.

Der erste Grund ist, dass das die eigentliche Weihnachtsbotschaft verschleiert. Die lautet: „Gott ist ein Mensch. Dieses Kind hier, das Maria gerade geboren hat, ist der Erlöser der Menschheit“. Das ist schon für sich genommen eine sehr krasse Behauptung. Sie wird nicht stärker oder eindrücklicher dadurch, dass dieses Kind als besonders arm, klein, schwach oder randständig vorgestellt wird, ganz im Gegenteil. Der Witz ist doch, dass Gott ein ganz normaler Mensch ist.

Durch die Betonung einer angeblichen Armut Jesu bekommt diese Geschichte hingegen etwas Surreales. Es rückt die Symbolik in den Vordergrund, und die schlichte Behauptung als solche – dieses Baby ist Gott – verblasst. Stattdessen drängt sich nun die Idee auf, dass Gott sich quasi „herablässt“ auf die Erde und als Baby ausgibt. Dieser Effekt der „Selbsterniedrigung Gottes“ wird durch eine angebliche Armut und Schwächlichkeit des Babies natürlich noch gesteigert. Im Zuge der Armutserzählung ist die Christenheit meiner Ansicht nach von ihrem eigenen Glaubensbekenntnis „Wahrer Mensch, wahrer Gott“ wieder abgerückt, denn sie dient – in genauer Verkehrung der eigentlichen Botschaft – faktisch dazu, Gott nach wie vor groß und allmächtig aussehen zu lassen. Seine übermäßige Größe wird in der übermäßigen Kleinheit seiner menschlichen Version gewissermaßen gespiegelt.

So wird es leider auch landauf landab in vielen Kirchen heute gepredigt: Die wirkliche Größe Gottes zeigt sich darin, dass er klein wird. Ich würde die Geschichte aber anders zusammenfassen: Der Witz an Gott ist, dass sie völlig normal und mittelmäßig ist, so wie du und ich. (Anmerkung: Anfangs war im Christentum die Vorstellung verbreitet, dass Menschen durch die Taufe dieselben göttlichen Qualitäten bekommen wie Jesus, was später durch die Idee der unhintergehbaren Sündhaftigkeit der Menschen verdrängt wurde).

Der zweite Grund, warum mir die Armutserzählung über Jesus nicht gefällt, ist der, dass dadurch Armut im Christentum lange verklärt wurde. Bekanntlich sollen wir Menschen Jesus ja nachfolgen, ihn als Vorbild sehen. Wir sollen von ihm lernen, wie das Reich Gottes auf der Erde verwirklicht werden kann.

Die Kitscherzählung vom „armen Jesulein“ hat entsprechend zur Folge gehabt, dass Armut zu einem erstrebenswerten Ideal wurde. So als wäre irgendetwas Positives daran, arm zu sein. Sich gegen (die eigene) Armut zu wehren, geriet deshalb unter Verdacht. Schließlich sei Jesus doch auch arm gewesen, also bitte nicht beschweren! Trag dein Kreuz! wurde armen Menschen gepredigt, zynischerweise.

Freilich, reich sein soll man auch nicht. Denn wer reich ist, kommt bekanntlich so wenig in das Himmelreich wie ein Kamel durch ein Nadelöhr. Aber an Armut ist eben auch rein gar nichts Positives. Armut ist nicht erstrebenswert.

Jesus nachzufolgen bedeutet nicht, arm zu sein, sondern: Kranke heilen, Brot verteilen, Witwen trösten und dergleichen. Ist ja auch eigentlich ganz naheliegend.

 

 

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31 Gedanken zu “Kein Stall. Jesus war nicht arm.

  1. Ich habe wirklich noch nie in all meinen katholisch sozialisierten Jahren gehört, dass Jesus arm gewesen sein soll. Sowohl durch unseren Pastor als auch das jährliche Krippenspiel wurde die Geschichte immer anders interpretiert. Für mich als Kind war völlig klar: Da sind jetzt wegen der Volkszählung gerade richtig viele Leute in Bethlehem, deshalb sind alle Herbergen schon voll und Maria und Josef halt einfach ein bisschen zu spät dran (vielleicht, weil es sich hochschwanger nicht so gut reisen lässt). Der mitleidige Herbergsvater überlässt ihnen den Stall nicht, weil sie sich sonst nichts leisten können, sondern weil halt sonst nichts mehr frei ist.

    Ich habe mir Jesus dann auch in späteren Jahren nie wirklich arm vorgestellt. Immerhin hat er ein Handwerk gelernt und hat mit seinem Vater zusammen gearbeitet, bis er auf Reisen ging. Für mich waren eine finanziellen Verhältnisse ähnlich wie bei mir zuhause: Wir kommen gut klar, aber großartige Sprünge können wir halt nicht machen, ohne vorher lange zu sparen.

    Wenn vom „armen Jesuskind“ die Rede war, dann ging es meiner Interpretation nach immer nur darum, dass es halt kein richtiges Bettchen hatte.

    Davon abgesehen: Wurde Jesus nicht eigentlich in einer Höhle geboren?

    1. Das ist für mich ganz neu, dass Jesus in einer Höhle geboren sein soll. Aber man soll immer offen für alles Neue sein.
      So, wie Sie es beschreiben, mit der Volkszählung, so sehe ich das auch. Und es steht auch ganz klar in der Bibel.
      Man muss sich das so vorstellen, als würde in Berlin oder Hannover eine Messe stattfinden. Da gucken die, die nicht rechtzeitig eine „Unterkunft“ reservieren auch in die Röhre und müssen nehmen, was sie bekommen.
      Außerdem war Josef Zimmermann, wie Sie richtig sagen und gehörte zur Mittelschicht.

      Trotzdem spielt die Armut vor allem in der katholischen Kirche eine große und wichtige Rolle.
      Sie wird sozusagen zelebriert. Denken Sie nur mal an die vielen Nonnen.
      Keuschheit ,Gehorsam und Armut. Ich kenne eine Nonne von dem Orden der „Heiligenelisabeth.
      Die werden durch die oben genannten Verordnungen bei der Stange gehalten.
      Ich kann das nur menschenunwürdig finden.
      Diese armen Frauen – zu mindestens ein großer Teil, die ihr ganzes Leben schuften wie ein Ackergaul , immer im Hinblick, Jesus zu gefallen.

      Die meistens treten ganz jung ins Kloster ein und nach 3 oder 4 Jahren verpflichten sie sich.
      Viele sind nicht einmal Rentenversichert, für den Fall, dass sie aussteigen wollen und ganz viele kommen aus einer Generation ohne jedes Selbstbewusstsein, zu der auch meine Bekannte gehört.
      Wie sagt sie immer “ sie hätte sich Jesus versprochen“ Nein, sie hat sich nicht Jesus versprochen, sondern der katholischen Kirche .

  2. Ich stimme ja zu, dieses Ideal der Armut ist wirklich nicht wünschenswert. Aber Jesus war aber auch nicht reich. Er ist eben nicht in einem Palast geboren worden. Dies nur zur Abgrenzung gegen gewisse Neokonservative die Jesus zu einer Art Jungunternehmer machen wollen. Und Jesus hat auch immer übermäßigen Reichtum verurteilt.

    1. Ja, natürlich war Jesus nicht reich, er war eben so normal-mittel 🙂

      Mich würde mal interessieren, warum du mit „Gott ist ein Mensch“ im vergleich zu den anderen Formulierungen nichts anfangen kannst. Wo ist der Haken?

      1. Das ist ja wirklich ein interessanter Denkanstoß. Es gibt allerdings hier den gleichen Fehler, wie bei der normalen Auslegung. Diese Legenden sind nicht als Biografie zu lesen. Die Frage ist, ob Lukas einen armen Jesus verkündigt und das ist gewiss so. Auch wenn es eine eigene Entscheidung Jesu gewesen sein mag, arm zu sein (Franziskus, Buddha?). Biografische Informationen findet man eher bei Paulus, weil dessen Briefe um einiges älter sind als die Evangelien. Aber selbst die Behauptung bei Paulus, Jesu sei ein Nachkomme Davids gewesen (Römer 1), ist m. E. nicht im Sinn einer Abstammung zu deuten. M. W. ist das davidische Geschlecht definitiv ausgestorben. Sind nicht alle Israeliten mehr oder weniger Söhne und Töchter Davids? Weiß vielleicht jemand, ob und wer welche Exegetin oder welcher Exeget diese Deutung bevorzugt. Ach, ich muss wohl mal bei Gerd Theissen, Jesus von Nazareth nachschauen.

      2. Ich würde es eben nicht so sehen, dass lukas einen „armen“ jesus predigt, er predigt einen stark an sozialer Gerechtigkeit interessierten Jesus, das ist imho nicht dasselbe…

  3. Was Weihnachtskrippen und Jesusfilme so von der Geburt Jesu darstellen und was tatsächlich im Lukasevangelium steht, hatte ich in den Stunden vor Weihnachten noch mit den Konfis thematisiert 🙂
    – kein Stall (aber die Krippe)
    – kein Ochs und Esel
    – kein Stern (aber der Engel und die himmlischen Heerscharen)
    – keine verschneite Winternacht
    – keine Weisen/Könige (aber bei Matthäus, dort auch der Stern)

    Dennoch habe ich ein paar Einwände:
    – Die „arme Herkunft“ Jesu zu betonen, passt zumindest zur theologischen Linie des Lukasevangeliums. Weil es in der Gemeinde Vermögende gab, die sich über andere erhoben, wurde die Frage des Umgangs mit Reichtum und Besitz zu einem zentralen Problem der Ethik des Lk. Da geht es dann um Besitzverzicht zugunsten Notleidender (Apg 2,45; 4, 34), „Geben ist seliger denn Nehmen“ (Apg 20,35). Vgl. a. Lk 9,3 (Nachfolge Jesu und Besitzverzicht gehören zusammen), Lk 12,16-21 (Der reiche Narr), Lk 16,19-31 (Armer Lazarus und reicher Mann) u.v.a. Programmatisch Lk 14,33: „So kann nun keiner von euch, der nicht allen seinen Besitztümern den Abschied gibt, mein Jünger sein.“ Freilich, so Udo Schnelle in seiner Einleitung in das NT, ist Lukas weder einseitig „Evangelist der Reichen“ noch „Evangelist der Armen“, sondern es geht ihm um „die Realisierung einer Liebesgemeinschaft zwischen Armen und Reichen …, deren Voraussetzung die Bereitschaft zu Almosen auf Seiten der Reichen ist“.

    – Weniger als die historische Wahrheit der Geburt im Stall (es wäre ja überhaupt generell nach der Historizität der Geburtsgeschichten nach Lk und Mt im Ganzen zu fragen!) erscheint mir wichtiger, welche Wahrheiten über die Person Jesu und über Gottes Verhältnis zu den Menschen durch diese Geschichten transportiert werden. In wie vielen Predigten erzählen wir biblische Geschichten noch einmal anders, neu, ausgeschmückt etc.p.p.? Dass so viele Menschen immer noch und alle Jahre wieder zu Weihnachten das Bedürfnis haben, die im Laufe der Zeit volksfrömmisch ausgeschmückte Darstellung zu hören und zu sehen, zeigt vielleicht ein feines – bewusstes oder unbewusstes – Gespür dafür, welche Weihnachtswahrheit gerade für die westlich-industrialisierte Gesellschaft nötig ist.

    – Und schließlich: Wenn Du schreibst, die Überbetonung der Armut Jesu verdecke die eigentliche Weihnachtsbotschaft, dass Gott ein Mensch sei, dieses Kind der Erlöser der Menschheit und wahrer Mensch / wahrer Gott – dann ist doch zu fragen, inwieweit das denn so bei Lukas steht. Ja, er ist der Retter, der Christus, von Gott gesandt und mit dem Heiligen Geist erfüllt – aber wahrer Mensch und wahrer Gott, das ist doch auch wieder eine erst später gefundene Wahrheit, für eine spätere Zeit.

  4. Wie arm die Familie von Jesus war, wird klassisch nach Lk 2,23 und 3. Mo 12,6-8 beantwortet: Die Familie war nicht wohlhabend genug, um ein Schaf zu opfern. Arme durften zwei Turteltauben opfern.
    Die Sache mit dem „bösen Wirt“ halte ich schon seit Jahren für Antijudaismus im christlichen Brauchtum. Durch unzählige Krippenspiele hat er sich aber dermaßen tief im christlichen Bewusstsein festgesetzt, dass man dagegen auf Jahre nichts machen kann. Man soll zwar niemals nie sagen, aber ich halte es für undenkbar, dass in einer für Gastfreundschaft bekannten Kultur einer Hochschwangeren die nötige Hilfe versagt wird. Wenn man sich dann die Raumgröße damals vor Augen hält, wie viele Menschen darin ggf. Platz fanden, und dass im unteren Teil allein zu „Heizzwecken“ auch Kleinvieh sich aufhalten konnte, dann sollte man „topos“ m.E. besser mit „(geeignetem) Platz“ statt mit „Ort“ übersetzen. Meinen ersten Weihnachtsgottesdienst im Vikariat hatte ich der Rehabilitierung des „Bösen Wirts“ gewidmet. 🙂 Das ist jetzt auch schon wieder 17 Jahre her… (Seufz.)

    Jesus hat ansonsten m.E. Reichtum keinesfalls verurteilt. Beim „Reichen Jüngling“ etwa ging es nicht um dessen Reichtum, sondern darum, dass er sich den Himmel erarbeiten wollte. Jesus predigt, dass der Himmel von sich aus den Menschen ganz nahe kommt. Der reiche Jüngling fragt trotzdem: „Was soll ich tun, um das ewige Leben zu erhalten?“ Erst darauf packt Jesus ihn bei seinem wunden Punkt: Wenn du – obwohl der Himmel dir wie allen anderen geschenkt wird – unbedingt etwas tun willst (wie gesagt: Du musst nichts dafür tun, und du kannst nichts dazu tun!), dann verkauf alles, was du hast und gib es den Armen.
    Das Problem ist – etwas verkürzt – nicht der Reichtum des Reichen, sondern seine Auffassung (leicht polemisch ausgedrückt), dass er glaubt, sich mit diesem Reichtum alles kaufen zu können. Etwas weniger zugespitzt: dass er glaubt, sich alles mit harter Arbeit möglich machen zu können. Jesus wollte ihn mit etwas konfrontieren, dass er nicht leisten konnte.

    Die Bibel spricht an vielen Stellen davon, dass man sich für den Himmel einsetzen soll, mit ganzer Kraft Gott und den Nächsten und sich selbst lieben solle. Das ist schon harte Arbeit… Und doch steht über allem diese Überschrift: Den Himmel/das ewige Leben kann man weder erkaufen noch erarbeiten. Das mögen die „Frommen“ oft nicht hören. Aber auch das ist immer wieder in der Bibel thematisiert. Vgl. den Bruder des „verlorenen Sohns“, der es als zutiefst ungerecht empfindet, dass sein verlodderter Bruder erst das volle Erbteil verprasst und es dann trotzdem noch einmal erhält.

    Mit anderen Worten: Hätte der reiche Jüngling nicht darauf bestanden, bei seiner Suche nach dem ewigen Leben unbedingt mit einem religiös-praktischen Burnout zu enden, hätte ihm Jesus als Therapieübung nicht die Armut empfohlen. In dieser Hinsicht sollte man sich noch mal die Stellen nach Armut und Reichtum durchschauen.
    Und wie man auf diese Weise enden kann, mussten auch die Teile der Urkirche erfahren, die diesen Rat falsch verstanden und umgesetzt haben, Insolvenz anmelden und von den Spenden der etwas vernünftigeren Teile der Urkirche abhängig wurden.

    Man kann die Bibel an vielen Stellen ganz wörtlich verstehen – und trotzdem komplett daneben liegen. 🙂 So manche traditionelle Auslegung liegt halt daneben. Auch das ist Tradition. Nebenbei: Wenn sich gerade wieder mal aktuelle Kommentatoren über die Bibel in gerechter Sprache in unerträglicher Weise lustig machen, dann merken viele der Spötter nicht, dass die traditionellen Übersetzungen daneben lagen, und dass er jetzt durch genaueres Hinsehen diese Übersetzung dem Text endlich mal gerecht geworden ist. (Auch die BiGS ist nicht perfekt und macht Fehler – aber sie hilft auch, sehr viele der traditionellen Fehler zum ersten Mal zu vermeiden – leider ausgerechnet nicht in Lk 2,7)

  5. Ich habe mich zum „Stall“ mal vor zwei Jahren geäußert. Ich stelle mir unter „Herberge“ vor, dass sich Lukas darunter eine normale (orientalische) Karawanserei vorstellt: http://www.scilogs.de/hinter-gruende/der-esel-im-stall-von-bethlehem-und-die-sehnsucht-nach-menschlichkeit/
    Es gibt auch informativere Bilder als das Bild, das ich damals dazu setzte. Ich nahm jenes in einem Kompromiss zwischen informativ und vom copyright her noch erlaubt.
    Jedenfalls dürfte Lukas sich eine wesentlich kleinere Karawanserei vorgestellt haben – etwa so: http://jamiroontour.files.wordpress.com/2012/05/img_4069.jpg?w=848

    Zur Höhle: Davon wurde öfters in älteren Legenden erzählt – vielleicht deshalb, weil auch im Gebiet um Bethlehem öfters fürs Kleinvieh Unterstände in kleine Höhlen eingerichtet worden seien. Und ich hörte auch schon von „Wohnhöhlen“. Letzteres scheint bei den Überlegungen, welchen Geburts-Platz man in Bethlehem als „originalen“ zeigt, eine Rolle gespielt zu haben. Und darüber dann der in den Boden eingelassene Stern und drum herum die „Geburtskirche“.
    Aber die ganze Sache mit Bethlehem ist ja sowieso historisch nicht so greifbar. und ich stellte in meinem Blogbeitrag dar, wie Lukas und Matthäus die beiden Überlieferungen von Bethlehem und Nazareth unterschiedlich konstruierten: Bei Matthäus wohnen Maria und Joseph vorneweg in Bethlehem und finden erst nachträglich – bei ihrer Rückkehr aus Ägypten – Nazareth als vorher nicht gekannten (!) Ersatzwohnort.

    Zu „arm“ : Dass ein kleines Kind zuerst mal in einen Futtertrog gelegt wird (egal, ob in einem normalen vorderorientalischen Wohnhaus oder in einer Karawanserei oder in einer (Wohn-)Höhle weist sicher nicht auf besondere Armut hin. Nun ja, Kinder besonders rreicher Eltern auch nicht. OK. Aber dabei auch zu bedenken: Zumindest bei Lukas, bei dem der Futtertrog erwähnt ist, hat Jesus einen besonderen Hang zu den Armen. Die Seligpreisungen in seiner Fassung: Selig seid ihr Armen, wehe euch ihr Reichen. Siehe auch das bei Lukas überlieferte Magnificat.

    Wenn man unterstellen kann, dass Lukas mit relativ normalen Umständen bei der Geburt von Jesus rechnet (Futtertrog in einer Herberge), dann ist mir allerdings immer mehr unerklärlich, warum er meint, das könne für seine Hirten ein deutliches „Zeichen“ sein: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. “ – Jo mei, wo und wie denn sonst?

  6. Mein Jesus war nie arm. Das „arme Jesulein“ ist bedauernswert, nicht mittellos. Krippe und Stall sind Metaphern für unzulängliche Reisequartiere, wie wir alle sie schon erlebt haben, wie die Bibel an Metaphern reich ist und schwierig nur für den, der sie wörtlich nehmen will. Auch der spätere Jesus ist nicht arm, Ehrenamtler (er nennt sie „Jünger“) eilen ihm voraus und bereiten ihm das Quartier, schicken Bettler und Kinder weg, wenn er es nicht gerade in Episoden verhindert, er hat keine Probleme, sich die Füße salben zu lassen. Ich habe eher mit deiner Gegenteilsbildung Schwierigkeiten: dass Gott ein „ganz normaler Gott“ sein soll. So etwas gibt es für mich nicht.

  7. er hat offensichtlich ausgeschlagen, das Handwerk, vielleicht sogar den ‚Handwerksbetrieb‘ seines Vaters weiterzuführen, was ihm als ältestem Sohn gewiß zugestanden hätte. Somit auch das Erbe am Haus. – Die Zeit der Verkündigung, als er mit seinen Jüngern durch Galiläa zog, war jedoch allen Berichten nach schon eine Zeit des Verzichts. Ährenraufen am Sabbat etc. An Krippe und Stall hingegen läßt sich nichts festmachen außer die Theologie des Lukas. Sie nämlich zeigt sich darin. Denn auch sonst versucht er, Jesus als arm darzustellen.

  8. Wie man das homiltisch machen kann, die Legende zu Ihrem Recht kommen lassen, und gleichzeitig der Bible den Vorrang zu lassen, habe ich in der Christmette dieses Jahr versucht. Es hat ganz gut funktioniert: http://www.theopred.blogspot.de/2014/12/christmette-in-groenritte-24.html. Dazu gab es Schokomünzen, Myrrhentinktur und ein paar Körnchen Weihrauch, sowie ein Ettaler Andachtsbildchen mit einer klassischen Krippendarstellung. Kann der Balanceakt überzeugen?

  9. Ehrlich gesagt, habe ich da noch nie drüber nachgedacht, ob die Familie finanziell arm war. Jedenfalls hatte es keine Bedeutung für meine Auslegungen.
    Historisch ist da sowieso nix von, also alles Ausdruck von Frömmigkeit, Theologie oder Kunst im besten Sinne, Poesie könnte ich auch sagen, mit Worten ein Bild malen um das Unsagbare zu sagen. Alexander hat da schon drauf hingewiesen, das Lukas da so seinen speziellen Blickwinkel hatte.
    Ich selber höre die Worte vom „armen Jesulein“ eher von seiner Gefährdung und seiner Bedürftigkeit her, die jedem Mensch zu eigen ist, wenn er grade geboren wurde. Gott ist ein Mensch geworden, aber nicht indem wie ein Göttersohn als Erwachsener vom Himmel herab fegt und nach Beendigung seiner Mission wieder dorthin entschwindet (mit Blut und Wunden überströmt wie Bruce Wilis in seinen besten Filmen), nein, er teilt unser aller Schicksal, nämlich am Anfang des Lebens ganz und gar auf andere angewiesen zu sein. Genau da liegt die Gefahr, dass das schnell süßlich übermalt wird, weil wir das nicht gerne hören, Gott macht sich so bedürftig, wie wir selber nicht sein wollen. Aber darin sind wir Menschen sehr erfinderich. 😉

  10. Mir fällt noch zu „so normal-mittel“ ein: Anscheinend haben sich die richtig Frommen nicht an der Volkszählung beteiligt. Weil nur DER EWIGE das Volk zählen darf (weiß jemand die Bibelstelle?). Josef und Maria waren also auch religiös nur so mittel, volkskirchlich sozusagen, keine jüdischen Stundenleut, wie es bei uns in Württemberg heißen würde. Fand ich sehr tröstlich.

  11. Dass man die Geburt von Jesus nach Bethlehem verlegte, geht auf den Propheten Micha zurück (Kapitel 5 Vers 1). Dessen Voraussagen sollten erfüllt werden. Dass Joseph und Maria wegen der Augustinischen Volkszählung von Nazareth
    (diesen Ort hat es damals gar nicht gegeben, Josephus Flavius hat alle 63 Orte im kleinen Galiläa aufgelistet, Nazareth war nicht dabei und entstand erst viel später; auch hier ging es wieder um die Erfüllung einer Prophezeiung aus dem alten Testament (nachzulesen bei Matthäus Kap 2 Vers 22)).
    nach Bethlehem wandern mussten, entbehrt jeglicher historischer Grundlage. In Syrien (also auch in Galiläa) war Quirinius zuständig für die Volkszählung. Sie lief in Galiläa von 10 bis 7 vC. Ziel war es damit eine genauere Steuerschätzung für Rom erstellen zu können. Die Zählungen fanden natürlich an den aktuellen Wohnorten und nicht an den Geburtsorten statt. So stand es in der Augustinischen Reichsreform 27 vC. Die Wanderung wurde erfunden, um dem alten Testament Genüge zu tun.
    Bethlehem hatte damals ca 1000 Einwohner, war sehr arm und Ställe für die Tiere konnte man sich gar nicht leisten. Die Hirten der Tiere lebten in Höhlen am Rande Bethlehem und nur kranke Tiere wurden mit in die Höhlen mitgenommen. Krippen gab es nicht, sondern nur in Stein gehauene Tröge. Merkwürdigerweise verlegt Matthäus die Geburt in ein Haus und nicht in einem Stall (Kap 2 Vers 5). Was stimmt denn nun?
    Aber schön romantisch ist das ganze natürlich schon. Aber trotzdem warten wir immer noch auf den Messias. Dazu muss aber laut altem Testament nämlich erst mal als Verkünder der in den Himmel gefahrene Prophet Elia wieder zurück kehren. Und erst dann kommt der Messias (oder auch nicht)

  12. Ich finde diesen Beitrag sehr interessant und möchte jetzt auch noch meinen Senf dazu geben. Alle Kommentare habe ich nicht gelesen, also könnte ich etwas wiederholen, was schon gesagt wurde.
    Zunächst: Es ist wirklich ein Hohn, armen Menschen die Armut Jesu mit der Betonung der Nachfolge entgegen zu halten. Dieser landläufigen Aussage, dass wir Jesus nachfolgen sollen, stehe ich ohnehin sehr kritisch gegenüber, denn die Bibel selbst betont mehr die Sendung als die Nachfolge. Nachfolge ist etwas, das die Jünger zu Lebzeiten Jesu taten, aber mit seinem Tod erhalten sie/wir einen Sendungsauftrag wie auch die herausragenden Gestalten des Alten Testamentes (eine Ausnahme bildet das Johannes-Evangelium). Also wäre zu fragen, was unser je eigener Sendungauftrag ist. Darüber hinaus wird Nachfolge zumeist lich als Nachahmung verstanden, denn eine Nachflolge im eigentlichen Sinn kann es heute nicht mehr geben. Aber was bedeutet Nachahmung genau? Kopieren kann es ja wohl nicht meinen.
    Dann ist für mich auch zu unterscheiden zwischen erzwungener Armut und selbstgewählter Armut:Gegen erstere vorzugehen gibt es in den Evangelien und der restlichen Bibel genügend Anweisungen für Christen.
    Und es ist auch zu fragen, ob mit dem Terminus Armut in allen Kontexten materielle Armut gemeint ist. Man könnte auch einfach die begrenzte, sündige Verfasstheit des Menschen im Gegensatz zur reichen Herrlichkeit Gottes gemeint sind. Nochmals eine andere Armut wird Matthäus wohl in den Seligpreisungen meinen, wenn er von der „Armut im Geiste“ spricht (Mt 5,3); Lukas streicht in seinen Seligpreisungen diese Beifügung (Lk 6,20), was zur Theologie des Lukas passt, wie oben ein Kommentator ausgeführt hat
    Zur Frage, ob die Familie in einer Herberge war, ist es auffällig, dass die Luther-Übersetzung anders übersetzt als die Einheitsübersetzung. Die Luther-Übersetzung insinuiert tatsächlich, dass die Familie in einer Herberge war. Ich meine aber, dass das sehr interpretativ ist. Auch die Elberfelder Bibel übersetzt im Sinn der Einheitsübersetzung; und das meint, dass in der Herberge für ALLE kein Platz/Raum war.
    Wo die Familie sonst war steht nirgends bei Lukas. Stall oder Höhle sind ja nur die Schlussfolgerung aufgrund der Krippe. Matthäus wird Jesus übrigens in einem Haus geboren (Mt 2,11) – und zwar nach allen Übersetzungen.
    Schließlich sind bei der Armutsfrage auch nicht die zahlreichen Anweisungen an die Jünger zu übersehen, mit wie wenig materiellen Besitz sie missionieren sollen. Hier geht es um ein sich einlassen auf einen Gott, auf dessen Fürsorge man vertrauen kann. Selbstgewählte Armut als Zeichen für die Unbeständigkeit des Materiellen, dass uns keine letzte Erfüllung bringen kann, halte ich für eines der wichtigsten Zeichen unserer Zeit – gerade für den Kampf gegen erzwungene Armut.

  13. Math. 8, 20 „Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“

    Klingt sehr arm, geradezu obdachlos.

    1. Ich würde solche Aussagen nicht verallgemeinern, sondern zunächst einmal von einer Momentaufnahme ausgehen. Dann vielleicht auch von einer Provokation.

      Und dann ist doch die Frage, wovon solche Wanderprediger leben. Wenn sie eingeladen werden, können sie Überfluss haben. Wenn sie eine Zeit lang nicht eingeladen werden, müssen sie fasten.

      Oder sie werden oft eingeladen und es mangelt an nichts – aber einen festen Ort, Heimat, haben sie nicht.

      (Wobei ich da wegen „Selma“ an Martin Luther King denken muss, der sehr darunter gelitten hat, wenn man ihm tags zujubelte und nachts war er einsam im Hotel – einschließlich der dokumentierten Frauengeschichten.)

      Wo war Jesus zu hause, wenn er in dieser Phase ständig unterwegs war?

  14. Chapeau an die Autorin. „Jesus war nicht „arm“. Und wir sollten aufhören, ihn so darzustellen.“ Das klingt revolutionär: Ihr Wort in Gottes Ohr 😉 Sind gläubige Menschen denn nicht immer sagenhaft reich? Was spielt das materielle denn überhaupt für eine Rolle? Seis drum. Viel Spaß beim diskutieren..

  15. Kein Stall. Jesus war nicht arm … Das eine habe ich mit dem anderen gar nicht verbunden. Es stimmt schon, dass das Gegenteil richtig ist: Jesus war nicht reich. Als König der Könige wurde er nicht in einem Königshaus geboren – nicht wie Buddha. Aber kommt es darauf an, wie viel Geld Jesus Eltern hatten (oder wie sich Armut und Reichtum damals ausdrückte)?
    Jesus Geburt empfinde ich immer mehr als eine sehr, sehr merkwürdige Geschichte und ich bin immer mehr und mehr davon fasziniert, wie viele Menschen jedes Jahr und zum wiederholten Male sich diese Geschichte anhören und manchmal zu Tränen gerührt sind. Ein Fest der Familie, ein Fest des Schenkens, ein Fest der Freude. Ja, wie wäre es, wenn die Geburt in einem Königshaus stattgefunden hätte? Die Geschichte würde uns nicht so berühren. Auch bei Buddha ist es ja erst das Verlassen des Königshauses, der Verzicht auf die Annehmlichkeiten und das sich den Leiden des Lebens stellen, die uns an seiner Geschichte faszinieren. Was wäre wenn Buddha im Königshaus geblieben wäre? In Indien hätte es ein großes Reich und eine kulturelle Blüte gegeben, die heute in unseren Geschichtsbüchern stände.
    Was fasziniert uns so an der Geburt von Jesus im Stall? Es gibt tausende, Millionen anrührender Familiengeschichten und viele wahrscheinlich anrührender, ergreifender als die Geburt Jesus. Aber die Geschichte von der Geburt im Stall ist irgendwie wichtig für uns und es ist auch wichtig, dass sie immer wieder erzählt wird, dass wir sie nicht vergessen. Warum? Weil sie etwas mit uns zu tun hat, mit dem Menschen, mit der Menschheit.
    Die Antwort, fand ich in einem spirituellen Büchlein: Die Geschichte ist symbolisch, bildlich gemeint. König der Könige, der gute Hirte, die Schafe, ja, das sind alles Metaphern, die später auch wichtig sind, aber der Stall? Was bedeutet der Stall? Ein Stall ist ein Haus für Tiere. Jesus wurde zwischen Tieren geboren. Symbolisch geht es hierbei, um die Menschwerdung. Wir kommen von den Tieren und werden zum Menschen. Das bedeutet, wir Menschen sind noch in einer Entwicklung, wir sind noch nicht am Ende, wir sind noch nicht reif, wir sind noch keine vollentwickelten Menschen. Wir stehen zwischen den Tieren und Gott. Es geht somit auch um die Geburt des sogenannten Höheren Selbst in uns. Und über dem Stall leuchtete ein Stern. Die Geburt des Lichtes (in uns).
    Die Jesus Geschichte erzählt uns in symbolischen Bildern, die wir unterbewusst verstehen, warum wir hier auf Erden sind.

  16. „Denn ihr wisset die Gnade unsers HERRN Jesu Christi, daß, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine Armut reich würdet.“ 2. Korinther 8, 9

  17. „Jesus war nicht „arm“. Und wir sollten aufhören, ihn so darzustellen.“

    Fakten zum historischen Jesus: Er war Analphabet, ungebildeter Tagelöhner. Ein Frommer vom äußersten Rand der Gesellschaft, aus der hintersten Provinz von Galiläa. Heute sagt man „Bauerntölpel, Hinterwäldler“. Einer der Ärmsten der Armen.

    1. @Burhanuddin1 – Woher willst du das denn wissen? Hat er nicht schon als Zwölfjähriger im Tempel und hat über die Tora diskutiert? Wieso soll er als Zimmermann (offenbar mit Familienbetrieb) Tagelöhner gewesen sein? Wie kommst du auf „Ärmster der Armen“?

      1. „Hat er nicht schon als Zwölfjähriger im Tempel und hat über die Tora diskutiert?“
        Lol. Seriously? Der Christus des Glaubens ja, der HISTORISCHE Jesus? Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit no way.

        Die Evangelien bezeichnen Jesus als „tekton“. Der „tekton“ war kein Zimmermann mit „Handwerk auf mit goldenem Boden“. Das ist anachronistischer romantisierender Mumpitz. Der tekton ist ein Bauarbeiter, ein Tagelöhner, auf der zweitniedrigsten sozialen Stufe, gerade so über den Sklaven, den Bettlern und den Notleidenden. Jesus war arm, richtig richtig arm.

        Bei den Römern war der Ausdruck „tekton“ ein Schimpfwort.

        So arm war Jesus.

      2. Ist es nicht faszinierend, welche Karriere dieser „Hinterwäldler“ hingelegt hat – und wie sehr sich die Römer mit ihrer Einschätzung irren konnten?

        Wie modern. Solche Irrtümer kommen gerade wieder in Mode bei denen, die sich so viel besser vorkommen …

        Aber nochmal: Wonach beurteil man, ob jemand arm oder reich war? Bildet man ein Integral über die Lebenszeit zwischen Geburt und Tod? Nimmt man als Stichtag die Geburt oder den Tod oder den Tag des maximalen Besitzes? Wie bewertet man dann einen Bettler, der bei der Mitteilung, er habe den Lotto Jackpot geknackt einen Herzinfarkt bekommt und als Millionär stirbt? Wie bewertet man einen reichen Topmanager, der auf dem Höhepunkt seiner Macht rausfliegt, auf Schadensersatz verklagt wird und auf Sozialhilfeniveau den Rest seiner Tage verbringt?

  18. Pauschal kann man sowieso nicht sagen: Arm oder reich.

    Am Kreuz: Bettelarm. Da nahm man ihm sogar noch das Leben.

    Als Gast bei reichen Witwen oder Zöllnern: Stellenweise vielleicht sogar geradezu luxuriös (und deswegen als Fresser und Säufer getadelt).

    So manches mal auf der Wandertour: Könnte auch der Magen geknurrt haben.

    Auf der Flucht in Ägypten. Damals gab es noch keine Smartphones. Es wird ähnlich zugegangen sein wie heute. Ganz ohne Spargroschen: Kann man da flüchten? Und wie schnell ist der Spargoschen wieder weg. Kann man jeden Flüchtling heute fragen.

    Als Handwerkersohn: Wird es ihm nicht ganz schlecht gegangen sein. Handwerk hatte sicher auch damals schon „goldenen Boden“ – wenn man gut war. Die Römer dürfften keine schlechten Auftraggeber gewesen sein.

    Und schon damals hat man Leute aus der Provinz unterschätzt. Nicht nur intellektuell,

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