Alle Beiträge von Antje Schrupp

Über Antje Schrupp

Ich bin Journalistin und Politologin, Jahrgang 1964, und lebe in Frankfurt am Main.

Kein Argument gegen den historischen Jesus

Gerade lief mir auf Facebook ein Link über den Weg zu einem Artikel, der davon handelt, dass „immer mehr“ Wissenschaftler die historische Existenz Jesu in Frage stellen würden.Ich kann nicht beweisen, wer da Recht hat, aber einen Gedanken möchte ich hier festhalten:

Das Hauptargument, das in dem Artikel angeführt wird – nämlich dass es keine nicht-christlichen zeitgenössischen Zeugnisse über Jesu gebe – ist kein wirkliches Argument. Denn wenn wenn man (wie ich und auch ein paar andere) davon ausgeht, dass die eigentliche „Gründung“ des Christentums nicht auf Jesus selbst zurückgeht, sondern auf seine Anhängerinnen und Anhänger und das, was sie nach seinem frühen und unerwarteten Tod in Gang brachten, wundert die Nichterwähnung der Person Jesu in zeitgenössischen Quellen nicht.

Jesus selbst war quasi „nur“ ein Wanderprediger unter vielen. Er war zwar der „Erlöser“, aber wegen seiner Ethik, seiner Lehre, dem, was Rita Nakashima Brock und Rebbecca Ann Parker als „Ethical Grace“ beschreiben. Die Erlösung, die „gute Nachricht“, war nicht Pauken und Trompeten vom Himmel, sondern ein Vorschlag, das Leben auf der Erde anders zu gestalten und sich nach anderen Kriterien zu verhalten als die ansonsten üblichen (Stichwort Feindesliebe, Stichwort Nadelöhr für Reiche usw.).

Wie wirksam diese Nachricht ist, hing nicht von dem Überbringer ab, sondern davon, dass andere sie hörten, beherzigten, bezeugten. Und die „Jesusbewegung“ tat ja noch mehr: Sie bewahrte und verbreitete nicht nur die ethischen Lehren Jesu, sie konzipierte dazu noch eine neue Idee von Erfolg, indem sie, sozusagen „töricht“ (wie Paulus sagte), einen Gekreuzigten als eigentliches Vorbild darstellten, also einen „Loser“ verehrten und daraus eine neue Theologie entwickelten. In dem sie eine andere Vorstellung von Gott entwarfen, die sie sich nicht als in erster Linie stark und glorios und Zampano vorstellten, sondern als menschlich, dienend, „unter uns“ seiend. Die Letzten werden die Ersten sein.

Dabei waren sie natürlich inspiriert von Jesu Lehre. Aber Jesus selbst war an der Ausarbeitung dieser Theologie und dieses Gottesverständnisses nicht mehr persönlich beteiligt. Er war ja schon tot.

Nicht was Jesus historisch getan hat, war das eigentliche „Ereignis“, das zum Christentum führte, sondern wozu er andere inspiriert hat. Und bis das ein Momentum erreichte, dass es öffentlich sichtbar und relevant wurde, sind halt eben ein paar Jahrzehnte vergangen.

In den Augen der „Herrschenden“ war die historische Person Jesu unwichtig, und in den Augen seiner Zeitgenossen und Zeitgenossinnen auch – jedenfalls in den Augen derer, die nicht zu seinen Jüngerinnen und Jüngern gehörten. Warum also sollten sie über ihn schreiben?

Das stimmt übrigens nicht nur für Jesus. Es gibt sowieso sehr viele sehr wichtige Menschen (mehr Frauen als Männer), die es nie in irgendwelche Nachrichten oder Geschichtsbücher schaffen.

#justsaying

 

 

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Was macht die islamischen patriarchalen Autoritäten so mächtig?

Aus Anlass der ablehnenden Reaktionen sämtlicher muslimischen Männer-Autoritäten auf die Gründung der liberalen Moschee in Berlin habe ich mal eine ernsthafte Frage, weil mir der Unterschied wirklich nicht klar ist.

Als vor einigen Jahren die Frauenordinationsbewegung in der katholischen Kirche, bei der Frauen heimlich, aber formal korrekt von einem dissidenten katholischen Bischof zu Priesterinnen geweiht wurden, vor sich ging, gab es natürlich ebenfalls umgehend aus dem Vatikan die Meldung, dass das illegal und mit dem Katholizismus nicht zu vereinbaren ist. Aber das hatte überhaupt keine weitergehende Bedeutung, beides nicht. Es wurde von der Öffentlichkeit als völlig irrelevanter Streit wahrgenommen.

Was macht diese islamischen Ober-Männer so mächtig? Mächtiger als der Vatikan? Sind muslimische Menschen denn der Al-Azhar gegenüber gehorsamer als katholische Menschen gegenüber dem Papst? Oder liegt es dran, dass sich im Christentum die Alternativen zu den patriarchalen Kirchen (katholische und orthodoxe) bereits institutionalisiert haben in Form von protestantischen Kirchen? (wobei die oft auch patriarchal sind, aber nicht immer so plump) – Warum wird islamische Religiosität als wichtig empfunden, christliche Religiosität, auch wenn sie patriarchal ist, aber nicht?

Verbindung zum Terror kann es eigentlich nicht sein, weil ja alle Analysten sich darin einig sind, dass die Terroristen gerade NICHT religiöse Menschen sind, sondern in der Regel keine besonders fromme Erziehung bekommen haben und sich meistens nur grade mal ein paar Versatzstücke Islam draufgeschafft haben. Also, wie seht Ihr das?

(Abgesehen davon ist es natürlich in der Tat bescheuert, wie das islamische Establishment hier reagiert, aber ehrlich, wann hätte ein religiöses Männer-Establishment denn jemals auf eine von Frauen angestoßene Verändertung NICHT bescheuert reagiert?)

Warum es falsch ist, in der Kirche nur Christ_innen einzustellen

Aus gegebenem Anlass (eine Diskussion über eine Stellenausschreibung drüben auf meiner Facebook-Pinnwand) möchte ich hier etwas über die Frage schreiben, ob es richtig ist, dass kirchliche Einrichtungen bei der Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangen, dass diese Kirchenmitglied sind. Das ist nämlich so, wobei die katholische Kirche in der Regel sogar die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche vorschreibt, während die evangelische nur die in irgendeiner Kirche verlangt (die Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ist – dies, um dubiose Gemeinschaften auszuschließen).

Die Einwände von säkularer bzw. atheistischer Seite lauten meistens, diese Praxis sei diskriminierend, und es sei falsch, dass private Vereine wie die Kirchen ihr eigenes „Recht“ ausbilden und sich über Gesetze hinwegsetzen, etwa die Gleichberechtigung von Frauen oder das Diskriminierungsverbot gegenüber Geschiedenen.

Dieser Einwand überzeugt mich nicht, im Gegenteil, ich finde ihn ganz schön staatshörig. Auch wenn mir in bestimmten Belangen ebenfalls die gegenwärtige Meinung des Staates besser gefällt als die der katholischen Kirche, zum Beispiel in Bezug auf Homosexualität. Aber ich halte es für ein bisschen blauäugig, daraus eine allgemeine Regel zu machen. Denken wir nur mal kurz an die  Personalpolitik der Nazis. Es geht bei dem Thema nicht um links versus rechts oder um gut versus schlecht oder um konservativ versus fortschrittlich, sondern um zentralistisch versus dezentral.

Ich bin jedenfalls ein großer Fan des so genannten „Subsidiaritätsprinzips“, das besagt, dass bestimmte staatlich mitfinanzierte Leistungen (Krankenhäuser, Kitas, Pflegeheime, Beratungsstellen usw.) von einer breiten Palette weltanschaulich verschiedener Träger umgesetzt werden. Oft wird so getan, als gehe es hier um ein spezielles Privileg der Kirchen, aber diese Privilegien gelten für alle Körperschaften des öffentlichen Rechts bzw. die Träger der „Freien Wohlfahrtspflege“, wozu neben Diakonie und Caritas auch der jüdische Wohlfahrtsverband, die Arbeiterwohlfahrt und so weiter gehören.

Diese  Praxis, dass nicht (nur) der Staat selbst, sondern eben solche Verbände sozialstaatliche Aufgaben wahrnehmen (und entsprechend über Beiträge und Zuschüsse finanziert werden), finde ich vom Prinzip her sehr viel besser und auch weniger anfällig für diktatorische Entwicklungen als eine staatlich verordnete Einheitssoße.

Auch wenn das natürlich mehr Konflikte mit sich bringt, weil Kriterien und Qualitätsmaßstäbe gemeinsam entwickelt werden müssen. Und es ist sehr wichtig, dass es transparente und gerechte Regeln darüber gibt, welche weltanschaulichen Gruppierungen entsprechend staatlich „beauftragt“ werden können, um Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime und so weiter zu betreiben. Bestimmt kann man daran noch Dinge verändern, und das sollte auch immer in der Diskussion sein. Aber dass es diesen Pluralismus prinzipiell gibt, das tut meiner Ansicht nach der Gesellschaft gut.

Nachvollziehbarer finde ich es, wenn sich die Kritik auf die Größe der kirchlichen Sozialkonzerne beruft. Tatsächlich finde ich auch, dass man sich ab einer bestimmten Marktmacht und damit verbunden ab einer bestimmten Höhe der öffentlichen Finanzierung nicht mehr so einfach allein auf weltanschauliche Eigenarten berufen kann. Aber dieses Problem sollte meiner Ansicht nach anders gelöst werden als damit, die weltanschauliche Pluralität in der Wohlfahrtspflege aufzugeben und alles direkt vom Staat machen zu lassen (beziehungsweise unter kompletter staatlicher Überwachung).

Mit gutem Grund gehört zu dieser Pluralität auch die Möglichkeit der jeweiligen Träger sozialer Einrichtungen, ihr Personal nach weltanschaulichen Aspekten auszuwählen. Sonst wäre das ja ziemlich sinnlos. Argumente, dass einzelne Träger nichts anderes machen dürfen als der Staat es vorsieht, überzeugen mich nicht, sofern sich eben keine Monopole ausbilden und es immer mehr als einen Anbieter gibt (was heute durch die Tendenz zur Konzernbildung, die wiederum durch den Zwang zu betriebswirtschaftlicher Profitabilität vorangetrieben wird, tatsächlich nicht immer gegeben ist).

Trotzdem finde ich es falsch, dass kirchliche Sozialträger ausschließlich christliches Personal einstellen. Aber eben nicht aus den normalerweise vorgebrachten Gründen, sondern aus speziell theologischen Gründen.

Denn, erstens: Wenn wir mit dem diakonischen Auftrag argumentieren, also damit, dass es unsere Pflicht als Kirche sei, uns um Arme, Kranke etc. zu kümmern, dann gehört dazu meiner Meinung nach auch die Verpflichtung, uns bestmöglich um sie zu kümmern. Und das wiederum bedeutet, dass wir das beste verfügbare Personal einstellen. In Zeiten, als 95 Prozent der deutschen Bevölkerung christlich waren, bedeutete die Klausel zur erforderlichen ACK-Mitgliedschaft lediglich, dass die sehr wenigen dezidiert anti-christlichen Bewerber_innen ausgeschlossen wurden. Wenn aber heute zum Beispiel in Frankfurt nur noch 40 Prozent der Bevölkerung christlich sind, dann schließen wir mit der ACK-Klausel den größten Teil des Fachkräftepotenzials aus, und das eben zum Schaden der Menschen, um die wir uns doch angeblich kümmern wollen: Wir stellen nämlich die drittbeste Ärztin ein, wenn die beste und zweitbeste nicht in der Kirche sind. Das lässt sich nicht rechtfertigen – nicht, weil es diskriminierend wäre. Sondern weil es unchristlich ist, undiakonisch im Blick auf die Patientinnen und Patienten.

Zweitens: Die weltanschauliche „Marke“ des Christentums – nämlich das Verkünden der „guten Nachricht“ (was das heute bedeutet, hat Nadia Bolz Weber in ihrem Vortrag kürzlich auf dem Kirchentag gut erklärt) – macht sich nicht an formalen Bestimmungen wie einer Kirchenmitgliedschaft fest. Zum Beispiel bei so einem Punkt wie, dass wir Menschen nicht nach Leistung und Nützlichkeit beurteilen sollen, oder dass wir uns stets dessen bewusst sein sollten, dass wir uns nicht aus eigener Kraft erlösen können, sondern dafür auf Hilfe angewiesen sind (der UVL ;I)), solche Dinge: Ob das jemand glaubt oder entsprechend lebt, das lässt sich nicht daran ablesen, ob er oder sie Kirchenmitglied ist oder nicht.

Wenn es uns tatsächlich wichtig ist, christliche Haltungen in die diakonische Arbeit einzubringen, dann müssten wir uns die Mühe machen, das für jeden Arbeitsbereich eigens zu beschreiben und zu definieren, zum Beispiel in Form von konkreten Leitlinien. Die dann meinetwegen Mitarbeiter_innen unterschreiben müssten.

Solche „christlichen“ Grundwerte (die dann aber nicht in christlichem Jargon, sondern in allgemeinverständlichem Vokabular formuliert wären und entsprechend auch von nicht christlichen Mitarbeiter_innen geteilt und unterschrieben werden könnten) stünden dann meiner Meinung nach tatsächlich über der beruflichen Qualifikation. Also: Eine Erzieherin, die Kinder nicht unabhängig von ihrem Elternhaus als gleichermaßen wertvolle, von Gott geliebte Wesen ansieht, sondern die einen vor den anderen bevorzugt, könnte noch so super Abschlüsse haben, sie wäre für die Arbeit in einer christlichen Kita nicht geeignet. Nur: Das lässt sich nicht daran ablesen, ob sie Mitglied in der Kirche ist oder nicht.

So wie es jetzt praktiziert wird, entsteht nicht ohne Grund der Eindruck, die ACK-Klausel diene nicht der christlichen Sache, sondern der arbeitsrechtlichen Bevorzugung der eigenen Vereinsmitglieder. Deshalb bin ich sehr dafür, diese Klausel aufzugeben, mindestens für diakonische Tätigkeitsfelder, aber vielleicht auch ganz generell.

Ich bin davon überzeugt, dass das in naher bis mittlerer Zukunft ohnehin passieren wird. Einfach weil der gesellschaftliche Druck entsprechend größer wird. Aber darauf müssen wir gar nicht warten. Mit guten theologischen Gründen könnten wir dem jetzt schon zuvorkommen.

Absoluter Gott, relativer Mensch

Ach, wie wäre das schön, wenn wir uns einfach so über Gott unterhalten könnten. Aber es sitzen da immer so viele andere Leute noch mit am Tisch.

khorchideGerade habe ich das Buch „Gott glaubt an den Menschen“ von Mouhanad Khorchide gelesen. Ich finde die Frage spannend, wie sich das muslimische und das christliche Gottesbild voneinander unterscheiden. Ich sehe ja Gott nicht gerne als großen Zampano, und habe die Muslim_innen immer etwas im Verdacht, Gott zu weit „oben“ anzusiedeln, ihn zu HERRLICH zu machen. Und seine männlichen Propheten gleich mit, so wie sie zum Beispiel nicht glauben, dass Jesus gekreuzigt wurde und also tot war, sondern dass jemand anderes an seiner Stelle hingerichtet wurde.

Also: Im Islam ist Gott der Andere, ich als Christin sehe Gott eher als Gegenüber, als in Beziehung zu mir. Das islamische Gottesbild des „Ganz anders“ habe ich auch bei Khorchide wieder gefunden, aber in einer Interpretation, die ich interessant finde, nämlich als Hort der Unverfügbarkeit: Weil Gott so anders und so „weit oben“ ist, können wir Menschen Gottes Wahrheit nie ganz erkennen. Gott ist absolut, Menschen sind immer relativ. All die Attribute, die Gott (nicht nur) im Islam zugeschrieben werden – Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Frieden usw. – können Menschen zwar anstreben, sich ihm möglichst annähern, aber eben damit immer nur relativ erfolgreich sein. Die absolute Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit usw. ist dadurch gewissermaßen bei Gott beschützt, Menschen haben keinen Zugriff darauf.

Damit kann ich viel anfangen, ich finde, es ähnelt ein bisschen der „Unverfügbaren Leerstelle“(UVL), die ich hier mal als Synonym für Gott vorgeschlagen habe. Uns beiden geht es darum, zu zeigen, dass alle, die behaupten, Gottes Willen zu kennen und für sich beanspruchen, den anderen aufzuzwingen, häretisch sind, Gotteslästerung betreiben.

Lustigerweise überschrieb ich einen Text dazu mit „Gott kann uns nicht helfen, aber wir ihr_ihm“, und in Khorchides Buch geht es auch darum, dass wir Menschen die „Kalifen“ Gottes auf der Erde sind und damit die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass alles hier so ist, wie es Gott gefällt. Gott greift nicht direkt auf der Erde ein, sondern urteilt erst beim Jüngsten Gericht (wenn ich es richtig verstanden habe – heißt das eigentlich, Gott tut nach islamischer Auffassung keine Wunder? Es gibt dort also keine Theodizee-Frage?)

Navid Kermani hat mal in einem Vortrag, bei dem ich anwesend war, gesagt, dass es den Islam wohl gar nicht geben würde, wenn die Christ_innen nicht die Trinität erfunden hätten, also die Idee, dass es Gott in dreierlei Erscheinungsformen gibt – als Schöpfer, als Mensch, als Heilige Geistkraft. Daraus wäre die Notwendigkeit entstanden, dass diejenigen, denen der strikte Monotheismus wichtig ist, eine andere Religion entgegen setzen: „Ich bezeuge, dass es keine andere Gottheit gibt, außer dem einen Gott“ (so beginnt das islamische Glaubensbekenntnis).

Nach der Lektüre von Khorchides Buch kann ich noch besser verstehen, warum Menschen, die auf „rational und logisch“ stehen, den Islam attraktiv finden. Er ist definitiv rationaler und logischer als das Christentum, allerdings mag ich Gott nicht nur auf das Schöpfersein reduzieren, ich möchte auf Gott in der Version Mensch und in der Version Heilige Geistkraft nicht verzichten. Und der Monotheismus ist imho auch nicht das letzte Maß aller Dinge (um Rosemary Redford Ruether anzuführen).

Aber die Diskussion darüber finde ich spannend, deshalb wünsche ich mir mehr islamische Theologie im öffentlichen Diskurs. Leider sitzen – so eben auch bei diesem Buch – immer so viele Leute mit am Tisch, die sich überhaupt nicht für Gott interessieren, sondern irgendwelche anderen Agenden verfolgen. So merkt man, dass Khorchide beim Schreiben quasi sich ständig gedanklich rechtfertigt: vor einer muslimischen Community, die ihm womöglich „Anbiederung an den Westen“ vorwerfen könnte, vor so genannten „Islamkritiker_innen“ auf der einen und Islamisten auf der anderen Seite und ihrer übereinstimmenden Auffassung vom „wahren Islam“ (zu dem so jemand wie Khorchide natürlich nicht zählt), und dann schließlich noch vor Otto Normalverbraucher, der alle möglichen Phantasien übe den Islam pflegt und es nicht leiden kann, wenn jemand ihm die durcheinanderbringt.

Unter diesen Umständen ist es sehr schwierig, einen vernünftigten Diskurs zu führen und dabei bei den eigenen Argumenten zu bleiben, und ich freue mich, dass Khorchide das immerhin versucht.

Nicht mit an seinem virtuellen Tisch saßen Frauen. Unter den sehr vielen zitierten muslimischen Theologen und humanistischen Denkern ist mir keine einzige Autorin untergekommen (falls ich nicht was übersehen habe). Islam und Humanismus nach Khorchide scheint eine reine Männerangelegenheit zu sein. Andererseits: Vielleicht ist es ja ganz okay, dass wir ihm nicht auch noch im Nacken gesessen haben, zusammen mit all den anderen.

Mouhanad Khorchide: Gott glaubt an den Menschen. Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus. Herder 2015, 19,99 Euro.

Tod, Naturwissenschaft, und Glaube

51+2HuZd7kL._SX312_BO1,204,203,200_Nachdem ich das F-Klasse-Buch von Thea Dorn damals ein bisschen verrissen hatte, war ich neugierig, mit welchen Themen sie sich weiterhin beschäftigt. Zum Glück habe ich nicht nur einen politisch-feministischen Blog, sondern auch einen religiös-theologischen, denn darum geht es hier eher: Dorns aktueller Roman „Die Unglückseligen“ behandelt den Tod und die Frage, wie man ihn besiegen kann (Spoiler: nicht :))

Der Plot ist interessant: Die Biologin Johanna hat sich zur Aufgabe gemacht, durch ihre Forschung dazu beizutragen, die menschliche Lebensspanne zu verlängern. Eines Tages trifft sie einen etwas verwirrten Mann unbestimmten Alters, von dem sich bald herausstellt, dass er unsterblich ist und schon seit über 200 Jahren lebt.

Auf fast 560 Seiten entspannt sich dann die Geschichte der Beziehung zwischen den beiden, die jeweils aus ihrer subjektiven Perspektive erzählt wird, also abwechselnd im Sprachstil des 21. und des 18. Jahrhunderts – das ist der Autorin ziemlich gut gelungen. Zusätzlich gibt es noch einen dritten Erzähler, nämlich den Teufel, der bei diesen Sachen ja immer die Finger im Spiel hat. Während der Roman in der ersten Hälfte Johannas nüchtern-wissenschaftlich Blick einnimmt, wechselt er in der zweiten Hälfte (mit Johanna) ins Mythologisch-religiös-dämonenhafte über.

Den ersten Teil habe ich sehr gerne gelesen, den zweiten fand ich dann allerdings etwas langatmig und auch verworren, und das Ende nicht wirklich interessant. Ein bisschen finde ich auch das Scully-Mulder-Narrativ „Wissenschaftlich-rationalistische, etwas oberflächlich-pragmatische Frau trifft geheimnisumwitterten, tiefgründigen Mann mit Ader für das Übersinnliche“ inzwischen etwas ausgelatscht.

Aber der Roman ist dennoch lesenswert, weil sich darin auch eine aufkeimende Sehnsucht findet, dem „nicht rational Erklärbaren“ wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Allerdings versandet das dann oft halt ein wenig im Seichten, aber gut: Manchmal will man ja auch einfach einen Schmöker schmökern.

Thea Dorn, Die Unglückseligen, Knaus Verlag 2016, 560 Seiten, 24,99 Euro.

Karwoche ist Carewoche

Die Karwoche hat im Kirchenjahr häufig nur noch theoretisch, für die meisten Menschen ganz praktisch aber keine große Bedeutung mehr. Karfreitag wird für viele einfach unter „Osterfeiertage“ subsummiert, der Sinn des Festes und das, was dort Thema ist, bedeutet nur noch einer Minderheit auch der Christinnen und Christen etwas.

In diesem Jahr hat eine Gruppe von Frauen die Initiative ergriffen, das zu ändern. Sie sehen in der Sinnentleerung der Karwoche auch eine Chance, nämlich die Chance, sie wieder neu mit Bedeutung zu füllen. Ihr Vorschlag: die Karwoche als Care-Woche zu begehen. Denn:

Laut Duden stammt die Vorsilbe Kar vom althochdeutschen Wort KaraKara bedeutet: Klage, Trauer, Sorge. Das Wort ist mit dem englischen Care verwandt. Carebedeutet: Sorgen, Sich kümmern, Fürsorglich sein... Was bedeutet diese Verwandtschaft von Care und Kar-? Was ist Care heute?

Dazu finden sich auf der Seite Karwoche ist Carewoche jede Menge Ideen, Postkarten, Texte und vor allem Anregungen, das Thema Care ganz praktisch in den Alltag zu integrieren.

Hier beschreiben die Initatorinnen, wie es zu dem Projekt kam.

 

Das Wasser, in dem wir schwimmen, ohne es zu sehen

Ich empfehle euch, diese interessante Podiumsdiskussion anzuschauen über Staat und Religionen.

 

Ich hätte mir gewünscht, dass die Diskussion noch mehr auf die Einstiegsthese von Yasemin Shooman und Hannah Tzuberi eingegangen wäre: Dass nämlich die gesamte Religionsdebatte in Deutschland – gerade auch wie sie von atheistischer oder säkularer Seite geführt wird – sich sehr stark aus einem protestantischen Verständnis von Religion speist: Nur wenn man Religion als etwas versteht, das vor allem mit persönlichem Glauben und innerer Überzeugung zu tun hat, kann man auf die Idee kommen, Religion wäre etwas Privates, das sich nicht in äußerlichen Manifestationen zeigen muss. Für muslimische und jüdische Religion zum Beispiel ist aber auch die „Orthopraxie“ wichtig, also das Ausführen von Ritualen oder eine bestimmte Art, sich zu kleiden.

(Kleiner Einschub: Ich bin als offen lebende Protestantin ein großer Fan davon, keine Orthopraxie zu haben – also keine festen Regeln, Rituale, Vorschriften  – aber ich halte das tatsächlich für etwas typisch Protestantisches und nichts Normales, Neutrales oder Selbstverständliches. In dem Zusammenhang finde ich es übrigens interessant, dass es im Bereich der Essensvorschriften derzeit auch im säkularen Milieu wieder eine Zunahme des Phänomens der Orthopraxie gibt, nur sind die Gründe, warum man etwa dieses oder jenes nicht isst, jetzt eben nicht mehr religiöse. Whatever: Worum es hier geht ist das Sensorium dafür, die eigenen kulturellen Gewohnheiten als Ausdruck einer bestimmten Weltanschauung zu verstehen und nicht einfach für „normal“ zu halten).

Yasemin Shooman nennt diesen blinden Fleck in der Wahrnehmung „Schwimmen im Wasser, das man aber nicht sieht.“ In Wahrheit sind eben viele Gesetze und Regeln, die formal „neutral“ sind und „für alle gelten“, alles andere als neutral und normal: Es fällt zum Beispiel nicht allen religiösen Menschen gleichermaßen leicht, auf bestimmte Kleidungsstücke zu verzichten, die vom Mainstream als „religiös“ gelabelt werden.

Im September hatte ich einen Talk bei der Open Mind-Konferenz, wo ich über religiöse Zugehörigkeit gesprochen habe. Dort sage ich ebenfalls an einer Stelle, dass vieles von dem, was heute sich als säkular und atheistisch versteht, eigentlich auf der Folie eines protestantischen Religionsverständnisses abspielt. Aber – wie ich es auch in dem Post über Adam und Eva schrieb: Gerade wenn man sich gar nicht mehr darüber bewusst ist, wie viel von dem, was man selbstverständlich und normal findet, in Wirklichkeit aus einer bestimmten religiösen Tradition kommt, weil man diese Tradition überhaupt nicht mehr kennt, hat man sich jegliche Möglichkeit abgeschnitten, diese Tradition zu kritisieren und zu verändern.

Bedenkenswert finde ich auch den Einwand von Hannah Tzuberi im Verlauf der Diskussion, wo sie kritisiert, dass in den öffentlichen und medialen Inszenierungen von interreligiösem Dialog in Deutschland oft der Subtext ist, dass man doch diejenigen jüdischen und muslimischen Stimmen hervorholt, die am besten in den „protestantisch-liberal-säkularen“ Bezugsrahmen passen. Natürlich ist das eigentlich ein Sich im Kreis Drehen, weil man eben genau nicht zu den interessanten Fragen vordringt, an denen die eigentlichen Differenzen möglicherweise liegen.

Ich glaube, dass sich solche Diskussionen am besten unter dezidiert religiösen Frauen führen lassen. Ich würde gerne schreiben, unter „feministischen Frauen“, aber das Label ist hier nicht hilfreich, weil der Feminismus häufig als generell anti-religiös verstanden wird (nicht ganz ohne Grund). Das Kriterium kann aber nicht sein, ob eine Muslimin oder Jüdin dem möglichst nahe kommt, was eine deutsche Mehrheitsgesellschaft sich unter feministisch vorstellt. Sondern es geht darum, Frauen zusammenzubringen, die sich selbst als religiös verstehen, und zwar in einem durchaus „orthodoxen“ Sinn, und gleichzeitig aus einer Perspektive weiblicher Freiheit heraus handeln und sprechen, ohne dabei inhaltlich vorab festzulegen, wie weibliche Freiheit auszusehen hat.

Twittern und Beten

Ina Praetorius hat sich kürzlich in ihrem Blog über „postsäkulare Transzendenz“ Gedanken gemacht (englischer Text). Darin schreibt sie über die Notwendigkeit, Formen zu finden, die den Sinn religiöser Praktiken erhalten, sie aber von der Engführung auf bestimmte konfessionelle Traditionen zu lösen, da sie normalerweise bei säkularen Zusammenkünften nicht mehr funktionieren, wo ja in der Regel Menschen aus unterschiedlichen – oder gar keinen – religiösen Traditionen zusammenkommen. Sie schreibt:

I think that the wholesome meaning of these practices consists in an opening up for the outside, for a wider context, for transcendence in a broad sense, in bringing to mind that what we are doing in here is not the center of the world and not an end in itself, but should be connected to the well-being of all. Opening up a conference in this sense is at the same time relaxing and challenging: we are not able and we do not have to save the world right here and now, but we are able and we are bound to continually create connections to THE MYSTERY that, as we know from all our religious traditions, is, essentially, justice, peace and wellbeing for all…

How will we, in a world that cant return to traditional forms of religion but nevertheless feels the void left behind by them, find new ways of relating to what could be calledpostreligious or postsecular transcendence?

Davon ausgehend habe ich kürzlich mit ihr und anderen politischen Freundinnen über Parallelen zwischen Beten und Twittern diskutiert. Um später vielleicht mal darauf zurückgreifen zu können, schreibe ich das einmal auf, denn ich finde, die Ähnlichkeiten sind groß.

Zunächst einmal die Formen: Es geht um Klagen (und Anklagen), Freude und Dankbarkeit, Lobpreis, Bitten (um Hilfe), Fragen und Zweifel, Schuldbekenntnisse. Diese richten sich nicht an eine bestimmte, adressierbare andere Person, sondern an etwas Jenseits des konkreten Kontextes, an „das große Umunsherum“ (wie Ina Gott unter anderem nennt), an niemand Bestimmten. Und dennoch ist es verbunden mit der Hoffnung auf Resonanz, mit dem Wunsch, gesehen zu werden, mit dem Bedürfnis, etwas zu formulieren und auszusprechen und in die Welt zu stellen.

Interessant fand ich den Einwand einer Mitdiskutantin, die diese Parallelisierung zwischen Beten und Twittern zweifelhaft fand, und folgenden Unterschied stark machte: Beim Twittern spreche ich öffentlich, wenn ich etwas Falsches sage, kann ein Shitstorm folgen, deshalb muss ich mich dabei kontrollieren und genau überlegen, was ich sage. Beim Beten richte ich mich nur an Gott, dabei kann ich auch spontan und ganz offen sein, denn es kann nichts Gefährliches passieren.

Dabei kam mir jedoch die Frage, ob das nicht letztlich bedeutet, Gott als Gegenüber nicht ganz ernst zu nehmen, also  nicht wirklich zu glauben, dass Beten etwas bewirkt. Denn müsste ich meine Worte im Gespräch mit Gott nicht eigentlich noch viel sorgfältiger wählen als im Gespräch mit der Twitter-Öffentlichkeit? Das sind ja doch bloß Menschen, aber Gott ist doch Gott! Wir diskutierten dann noch eine Weile darüber, ob nicht Twitter äußerlich ist (ich äußere etwas, stelle eine Aussage in die Welt), während ein Gebet innerlich ist. Wir haben uns darüber nicht geeinigt, aber ich finde nicht, dass ein Gebet innerlich ist. Auch bei einem Gebet „äußere“ ich mich, nämlich gegenüber Gott.

Eine weitere Parallele fiel mir auf: Ein Gebet, so sagt man, wirkt nur, wenn es wirklich ernst gemeint ist. Sünden werden nur vergeben, wenn sie mit authentischer Reue, Buße und Umkehr einhergehen, nicht, wenn die Zerknirschtheit nur äußerlich und strategisch ist. Genauso funktioniert es auch auf Twitter: Wer in ein Fettnäpfchen des Diskurses tritt und daraufhin von vielen heftig kritisiert wird, hat nur eine Chance, da wieder rauszukommen, wenn er oder sie sich ernsthaft mit den Vorwürfen auseinandersetzt und das eigene Verhalten ändert. Scheinheilige oder uneinsichtige „Nopologies“ funktionieren weder bei Twitter noch bei Gott.

Beten und Twittern zu parallelisieren könnte beidem wieder mehr Ernsthaftigkeit verleihen. Im Prinzip geht es darum, etwas zu sagen und auszusprechen und dafür einerseits Verantwortung zu übernehmen, sich andererseits aber auch mit etwas „Größerem“ zu verbinden und die Kontrolle über die Folgen des eigenen Sprechens aufzugeben.

Was beim Beten nur Glaubenssache ist, ist beim Twittern ganz offensichtlich: dass diese Äußerungen Folgen haben, die positiv oder negativ sein können. Es geht letztlich darum, die Essenz eines Tages, einer Veranstaltung zu formulieren und „rauszulassen“, es geht um Vergewisserung, Zuspruch, Schönheit, Aufmunterung, Liebe, Hoffnung, Zweifel. Und Twitter ist – neben dem Beten – die einzige Möglichkeit, die mir einfällt, wie ich das tun kann, ohne mir zuvor eine bestimmte Person oder ein Publikum zu suchen, das ich adressieren kann.

Als ich auch über diese Überlegungen wiederum twitterte, wurde ich von religiösen Menschen zu einer Twitterandacht eingeladen. Auch Twittergottesdienste gibt es inzwischen. Es gibt momentan das Bemühen, neue Medien in alte religiöse Formen einzubinden, oder beides miteinander zu verbinden. Ich halte das nicht für sehr aussichtsreich. Die Leute, die sich in klassischen christlichen Formen wie Gottesdienst und Andacht heimisch fühlen, sind ohnehin nur noch eine Minderheit, und die darunter, die auch noch gerne twittern, sind eine nochmal kleinere Minderheit.

Ich glaube nicht, dass es praktisch-theologisch etwas bringt, „alten Wein in neue Schläuche“ zu tun, also alte Formen (Liturgien, Andachten) in neue Medien zu verpacken. Sondern das Spannendere wäre, wahrzunehmen, wo die zentralen religiösen Praktiken (eben Beten zum Beispiel) sich schon längst innerhalb der neuen Medien Bahn gebrochen haben, ohne dass sie zwar so genannt werden, aber doch sehr ähnlich funktionierend. Diese neuen Formen lassen sich nicht konfessionell vereinnahmen, aber das ist, glaube ich, auch gar nicht nötig. Gott versteht das auch so.

PS: In dem Zusammenhang fällt mir noch ein Vortrag von Josefine Matthey auf der Open Mind 15 ein, in dem sie unter anderem über feministische Selfie-Aktionen sprach und dabei einen Satz sagte, der mir (sinngemäß) hängen geblieben ist: „Man muss keinen Grund dafür haben, sichtbar sein zu wollen.“ – Dies als Replik darauf, wenn Menschen dafür kritisiert werden, dass sie Bilder von sich ins Netz stellen, obwohl sie „nicht schön“ sind, oder wenn das als überflüssige Selbstdarstellung lächerlich gemacht wird.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen?

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ – dieser Satz von Paulus wird häufig zitiert, und zwar in der Regel falsch. Die einen führen es als Beleg dafür an, dass auch Paulus gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen wäre, weil nur die, die arbeiten, auch essen sollen (was offenbar als Metapher für „Geld bekommen“ gelesen wird). Die anderen nehmen es als Beleg dafür, dass schon Paulus für so etwas wie eine protestantische Arbeitsethik gewesen wäre.
Auch in dem aktuellen Heft von „Brandeins“ zum Thema Faulheit wird dieses Zitat in diesem Sinne genannt. Ich schrieb deshalb einen Kommentar an die Redaktion, den ich hier auch nochmal poste:
Das interessante Heft über Faulheit habe ich gerne gelesen. Zwei Mal führen Sie darin jedoch (in unterschiedlichen Artikeln) das Paulus-Zitat „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ als Beleg dafür an, dass das Christentum (damals schon) gegen Faulheit gewesen wäre. Sicher ist das später in der Kirche oft so ausgelegt worden. Paulus hat aber etwas anderes gemeint. Er richtet den Satz nicht an die „Faulen“, sondern an die Reichen, die gewohnt waren, andere für sich arbeiten zu lassen. Aber in der christlichen Gemeinschaft sollten genau diese Hierarchien nicht mehr gelten, und zwar ganz konkret bei gemeinsamem Essen: Da sollten nicht die einen arbeiten und die anderen sich an den gedeckten Tisch setzen, sondern, „Da ist nicht Arm und Reich“ und eben auch: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht (mit)essen)“. Es ist ein Appell für soziale Gleichheit, und kein Appell gegen Faulheit.
Wisster Bescheid.