Man is symbolic of God

Habe gerade über das Internet diese hübsche Seite eines christlichen Maskulinisten gefunden, in der die Gotteslästerlichkeit der patriarchalen Theologie so schön ausbuchstabiert ist wie selten: biblicalgenderroles.com

Man in his design and nature, matches more closely to God than woman does in her design and nature. This fact is further backed up by the fact that God is always referred to in the masculine in such terms as “Father” and “Husband” and Christ was incarnated in the form of a man. Throughout the Bible the woman is symbolic of mankind, and the man is symbolic of God.

Eine schöne Referenz für alle, die meinen, es sei ja kein Problem, wenn Gott dauernd als Herr, Vater etc. angesprochen wird. Das sei ja nicht so gemeint, und eigentlich sei Gott natürlich geschlechtsneutral.

Eine Fundgrube für die männliche Hybris, sich selber an die Stelle Gottes zu setzen, findet sich auch auf den Unterseiten, zum Beispiel in diesem Artikel, der christlichen Ehemännern Tipps dafür gibt, wie sie ihre Frau bestrafen können, wenn die nicht freiwillig mit ihnen Sex haben will.

Und schön natürlich auch zu wissen, warum Gott Frauen überhaupt geschaffen hat:

Man was made in the image and likeness of God and specifically for the glory of God, but woman was made in the image of man, she was made specifically for man, she is the glory of man.

Wisster Bescheid.

Erschreckend: Nach eigenen Angaben hatte dieser Blog mit den letzten beiden Artikeln allein 400.000 Aufrufe.

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33 Gedanken zu “Man is symbolic of God

  1. Gott ist nun mal ein männlicher Homo Sapiens – im Christentum
    Ein männlicher Homo Sapiens in einem maskulinistischen Kontext – dem Plästina des 1. Jahrhunderts. Maskulinistische Gesellschaft ,maskulinistische Ethik, maskulinistisches Recht.
    Lesen Sie mal die Thora (von Jesus ausdrücklich bestätigt) durch die feministische Brille …

  2. @Burhanuddin 5. Juni 2015 um 16:22
    „… durch die feministische Brille“ – Hm, und durch welche Brille liest du das gerade, was du empfielst:
    „Gott ist nun mal ein männlicher Homo Sapiens – im Christentum“ -seltsam, dort finde ich weder, daß Gott ein Mensch ist, das Gegenteil (Gott) sehr wohl, noch daß ER wegen des ER ein MÄNNLICH ist!
    Das ER in diesem Kontext so zu verstehen gelingt nur, wenn es durch solche „Versteher“ selber durch eine extrem enge „feministische Brille“ gesehen wird: Wer „Maskulinistische Gesellschaft ,maskulinistische Ethik, maskulinistisches Recht“ erkennen will, dem gelingt das immer, dazu muß man nicht feministisch aus den Augen schauen, ist auch nicht die Thora erforderlich als „Muster“, auch das „Vaterunser“ nicht, es reicht, einen Artikel des Grundgesetzes oder eine Verkehrsregel zu sezieren.
    Feminismus ist kein Denk Zeug der Jesusgegenwart, kann also zu dieser Zeit schlecht gewerkelt haben, weder erfolgreich noch ohne.
    Feminismus ist eine Erkenntnis der heutigen Zeit, der letzten 150 Jahre und ausgeformt verbreitet der Gegenwart, kann also nur darin sixch etablieren und nicht in vorerkenntliche Textproduktionen hinein greifen zwecks Umdeutung oder Verdeutung.
    Letztlich wird so weder mit der Bemerkung „von Jesus ausdrücklich bestätigt“ noch mit anderen verirrten rhetorischen Kunststückchen eine Schlußfolgerung auf „historische“ maskulinistische ABSICHTEN der Gesellschaft möglich oder nachweisbar, da lediglich die seinerzeitigen historisch gegebenen vorerkenntlichen (!!) Betrachtungsweisen und Gewohnheiten sichtbar werden.
    So kann ich, liebeR Burhanuddin, nun mal leider nicht erkennen, daß
    „im Christentum Gott nun mal ein männlicher Homo Sapiens“
    sein soll, da dieser ja nicht einmal als „Homo Sapiens“ und daher auch nicht als „männlicher“ solcher bezeichnet und behandelt wird.
    Woher gewinnt man denn solche interessanten Aussagen zu „man is symbolic of god“, nur in rückwirkender Betrachtung einer (!) Thora durch nur geliehene feministische Gläser, die vergessen wurden zu putzen?
    Dies meint ein doch deutlich atheistisch lebendes Menschlein, wohlwollend mit jeder atheistischen UND feministischen Ansicht, was zu denken geben kann bezüglich der Verwendung von Klisches, wo sie auch gerade mal eben ihre Wurzeln haben …

    1. Fakt ist im trintarischen Christentum per definition:
      Gott ist Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Und dieser wahre Mensch, der Gott ist, ist ein männlicher beschnittener jüdischer Homo Sapiens aus dem 1. Jahrhundert, dessen gesamtes ethisches/religiöses/soziales Sein eingebettet ist im Patriarchat.

  3. @Burhanuddin1 8. Juni 2015 um 13:11

    „Fakt ist im trintarischen Christentum per definition …“ – da hast du was in deiner „definition“ vegessen, du solltest ruhig ehrlich zugeben, daß diese so von dir ist, habe herzlich darüber gelacht, deshalb mußt du dich damit nicht verstecken.

    Nur im „… Tum“ findest du davon nichts, eventuell etwas in der Religion, der aufgeschriebenen.
    Aber da der selbe Gott offenbar vergaß, die FeministInnen mit zu erschaffen bzw. ihnen rechtzeitig Gehör zu verschaffen, mußte er halt ohne Fachberatung mit dem Vorlieb nehmen, was zu dieser Zeit zur Verfügung stand, als Geschaffenes, und das war (wie weiter oben schon so und anders gesagt) wohl Patriarchat und ein männlicher Homo Sapiens, nur ob der beschnitten war ist eine grenzwertige Spekulation, denn genau das hätte der eine (1) Gott erst herbeiführen und dann der andere zu dritt dann verhindern müssen, um auch wirklich einen Christen und nicht etwa doch nur einen verkappten Juden zu erhalten …
    (oder doch?)
    Also, das ist grenzwertige Spekulation, an der ich mich nicht beteilige.

  4. @ Michaela Lusru

    „Also, das ist grenzwertige Spekulation, an der ich mich nicht beteilige.“ Genau. Du musst nicht spekulieren. Es reicht schon bei wikipedia nachzuschauen.

    „Die Menschwerdung Gottes stellt eine theologische, dogmatische Lehre des Christentums dar. Sie gehört zum Kern aller christlicher Glaubenstraditionen. Sie heißt auch Fleischwerdung Gottes (Inkarnation, von lat. caro, Fleisch)“
    und
    „Dass Jesus gemäß jüdischem Brauch (Gen 17,10–14 EU) am achten Lebenstag beschnitten wurde, berichtet der Evangelist Lukas im zweiten Kapitel.“
    Weisste bescheid.

    1. @Burhanuddin1 – Du argumentierst hier wie die katholische Kirche, die aus der Tatsache, dass Jesus ein Mann war, ableitet, dass Frauen keine Priester sein können. Aber das Ganze ist eine logische Angelegenheit: Wenn Gott Mensch ist, dann bedeutet das unweigerlich, dass Gott irgend ein konkreter Mensch mit bestimmten Eigenschaften wird, also Mann/Frau, Jude/Sonstwas, Palästinenser/sonstwo lebend usw. Es ist nämlich nicht möglich, ein „neutraler“, quasi universaler Mensch zu werden, der keine spezifischen Eigenschaften und Positionen hat. Deshalb ist es unlogisch, aus der zufälligen Tatsache, dass Jesus Mann/Jude/sonstwas ist irgend etwas universales abzuleiten. Es ist nicht wesentlich, was für eine „Sorte“ Mensch Jesus war (auch wenn es natürlich eine Rolle spielt), denn jeder Mensch ist irgend eine konkrete Sorte Mensch. Es gibt keinen universal-neutralen Menschen. Deshalb kann man aus der Tatsache, dass Jesus natürlich irgend eine „Sorte“ Mensch ist, normativ theologisch genau gar nichts ableiten.

      1. @ Antje Genau genommen argumentiere ich nicht. Ich führe nur Fakten an. Dein „Gott“ ist ein männlicher Homo sapiens aus dem 1. Jahrhundert mit patriarchaler Weltanschauung. Korrekt? Er hat diese spezifische menschliche Natur (bewusst und nicht zufällig) angenommen, und er hat sie nicht wieder abgelegt, oder? Wenn ich argumentieren würde, würde ich argumentieren dass das Konzept „Gott-Mensch“ an sich unlogisch ist.

  5. @Burhanuddin1 8. Juni 2015 um 15:47
    Ja, du argumentierst (aus deiner Sicht) nicht, denn du erkennst die von dir als Fakten angeführte Beschreibungen, die auch nur menschlicher Natur aus x-ter Hand sind, nicht als Argumente, mit denen du anderen (hier uns) etwas sagen möchtest, nur was bleibt unklar.
    Was erkennbar ist, ist daß du etwas naiv heutige Betrachtungsweisen und Maßstäbe an damalige Geschehnisse und weit später erfolgte Beschreibungen anlegen möchtest, ohne zu berücksichtigen, daß es dazu hunderte von Varianten von übereinstimmenden oder divergierenden Variationen gibt, die niemanden das original copy-right erlauben.

    Die mögliche Wertung solch einer Argumentation hat dir nun Antje Schrupp als Christin und ich aus atheistischer Sicht erklärt, so daß es nun von Interesse ist, aus welcher Position du das uns darstellen möchtest – eventuell erschließt sich dann auch die Hartnäckigkeit, mit der du dich wiederholst, wie aus einem engem Korsett heraus, statt den Blick mal etwas weiter zu öffnen und nicht an den Buchstaben zu kleben.
    Hier geht es nicht um Buchstabentreue, sondern um das Begreifen der >Zusammenhänge, die hier eigentlich schon vielfach beleuchtet wurden.
    Kommt es dir darauf an, wem auch immer mit deinen „Fakten“ einen Vorwurf zu machen, dann solltest du sagen welchen und an wen, oder was.

    1. Ich dachte das ist offensichtlich. Es erscheint mir inkonsistent, eine „maskulinistische“ Theologie zu kritisieren und dabei zu ignorieren, dass man einen männlichen Homo sapiens aus dem 1. Jahrhundert mit patriarchaler, um nicht zu sagen „maskulinistischer“ Weltanschauung anbetet. (wenn man sich als trinitarischer Christ/Christin definieren will).

  6. @Burhanuddin1 9. Juni 2015 um 13:58
    Ach i wo, du verrennst dich in Sopistik und Rabulistik – es sei denn, du möchtest damit etwas völlig anderes (bisher nicht Gesagtes) zum Ausdruck bringen, danach hatte ich schon gefragt, möchtest du uns sagen, aus welcher Brille du die Sache siehst, um besser verstanden zu werden?

    Diese Theologie ist erst aus unserem heutigen Verständnis eine „maskulinistische“, sie wurde nicht zu diesem Zweck erstellt sondern ist historisch dahin gewachsen, in vielfacher Abhängigkeit von vielen Faktoren der Zeiten, ist nicht als „Konstruktion“ über uns gekommen.

    Und dann scheinst du etwas übersehen zu haben, das dir nun sogar aus atheistischer Sicht aufgezeigt werden kann:
    Dieser männliche Homo Sapiens Jesus Christus wurde, sofern das historisch ergründbar ist bis heute eben nicht und noch nie wegen seiner Männlichkeit angebetet, sondern wegen seiner Menschlichkeit!
    Und was kann sogar aus heutiger Sicht und unserer noch reichlich maskulinistisch tradierten Sozialität für den Feminismus Besseres passieren, als daß MENSCHLICHKEIT vornan steht, gleich (!) von wem, und Frauen sind (zumindest aus meiner Sicht) eben letztlich doch auch (!!) und nur (!!) MENSCHEN – oder?
    Du bist dran.

  7. @Burhanuddin1

    Meinst Du, heutige Christ_Innen betrachten (beten an…definieren…) „Gott“ noch so wie Du ihn hier beschreibst? Dass es manche oder vielleicht viele (noch…?) machen, sieht man ja am verlinkten Artikel, leider.
    Aber selbst mir als kirchenferne Atheistin ist nicht verborgen geblieben, dass anderswo schon lange der X-te Definitionswechsel in Sachen „Gott“ passiert ist und permanent passiert.

    Dass die Bibel natürlich unter spezifischen politischen und kulturellen Bedingungen entstanden ist, die durch und durch patriarchal waren, und dass es eine Menge Leute gibt, die an diesen Deutungen gerne festhalten möchten, ist klar.
    Aber selbst als nichtgläubiger Mensch kann ich mir vorstellen, dass man heute als Christ_In biblische Inhalte unter der historischen Betrachtung verstehen, jedoch durchaus neu interpretieren und leben kann. Dazu gehört die Hinterfragung dessen, was in der Bibel steht (so eben auch die Definition und Beschreibung von Gott!), weil sie eben nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von Menschen gemacht wurde, überwiegend oder fast ausschliesslich von Männern. Sich die Frage zu stellen, was wohl Frauen über die Jahrhunderte über „Gott“ aufgeschrieben hätten, hätte man sie gelassen, ist doch spannend.
    Und wenn „man“ (oder eben @Antje) gar kein männlich-maskulinistisch-patriarchales Gottesbild pflegt, dann ist es auch nicht inkonsistent, ein solches zu kritisieren, weil sie eben gar nicht im Konsens mit dem fest getackerten Männergott ist.

    1. Ich will niemanden angreifen oder verletzen. Ich will nur zum nachdenken anregen. Natürlich ist mir die Bandbreite der „christlichen Interpretation“ bewusst. Man muss sich aber klar sein, was es im Kern immer noch heißt, „Christ“ zu sein. Aufrichtigkeit vor Gott ist meiner Meinung nach entscheidend. Immerhin gibt es (auch) sinnvolle Alternativen zum trinitarischen Christentum. Ich habe übrigens kaum über biblische Inhalte/Lesarten gesprochen, sondern über christliche Dogmen. Am einfachsten wäre es, Antje formuliert für uns ihr Glaubensbekenntnis. Dann müssen wir nicht spekulieren, was sie denn nun wirklich glaubt.

  8. @Burhannuddin1

    Also ich hab mich keinesfalls angegriffen oder verletzt gefühlt 😉
    Ich betrachte mich als relativ unbeteiligt in solchen Diskussionen, da ich keiner Religion angehöre, und es mir einfach Spaß macht, die ganzen verschiedenen Interpretationen und Denkansätze zu vergleichen und kennen zu lernen.g

    Ich gehe z.B. gar nicht davon aus, dass man heute noch so etwas wie „den Kern“ des Christ_In seins allein auf biblische Inhalte respektive christliche Dogmen (die es ohne biblische Inhalte ja gar nicht gäbe) abstellen kann.
    Ich mutmaße sogar, dass immer weniger Menschen, die sich selbst als Christen oder Christinnen bezeichnen, wirklich ganz genau wissen, warum sie das eigentlich machen und auf welchen historischen und kulturellen Wurzeln das aufbaut.
    Und selbst wenn man sich als nicht religiös oder atheistisch bezeichnet, so wie ich, da wirst Du auch keine vollkommen konsistente und logische Defintionskette finden und tausend verschiedene Erklärungen, warum man nicht an Götter glauben kann, will oder wie auch immer.

    @Antje hat schon mehrfach ihre Ideen zu ihrem eigenen Gottesbild, ihren Glaubensvorstellungen aufgeschrieben, klick Dich da doch einfach mal durch.

  9. @Burhanuddin1
    „Aufrichtigkeit vor Gott ist meiner Meinung nach entscheidend.“
    Gilt das jetzt nur für Christ_Innen?

  10. @Burhanuddin1 9. Juni 2015 um 18:46

    Der unbändige Wunsch nach „dem Einfachsten“:
    „Am einfachsten wäre es, Antje formuliert für uns ihr Glaubensbekenntnis. Dann müssen wir nicht spekulieren, was sie denn nun wirklich glaubt.“ –
    Schon wieder?
    Hast du noch nichts gelesen von Antje Schrupp?
    Ich bin zwar nicht für ihre Erklärung und Rechtfertigung zuständig, aber verwundern darf mich das schon: Antje Schrupp plädiert ständig für einen freien offenen Glauben an ihre christliche Religion, ofen, ich z.B. für meine atheistische Sicht und du? Bereits dreimal um deine Sicht gebeten, weichst immer wieder aus und möchtest von der bloggerin nun hier schwarz auf weiß zum Mitschreiben (und Auswendiglernen??) deren Glaubensbekenntnis einsammeln, in einem immer wieder erkennbaren Drang und Wunsch nach „dem Einfachsten“?
    Du verletzt hier niemanden, es wird schon seinen Grund haben, daß du hier und nicht anderswo fragst.
    „Das Einfachste“ jedoch gibt es so nicht (im Handel), es sei denn, man denkt es selber, selber zusammen aus der realen bunten Vielfalt – sie ist „Das Einfache“, das es nur zu erkennen gilt, das uns alle er- und zusammen hält (:-)))

  11. @Burhanuddin1 10. Juni 2015 um 13:07

    “Ad hominem” ist eine Form agumentativer Fehlleistung“ – Das ist richtig, allerdings wo findest du das, weil du das anführst?

    In der bisherigen Rhetorik finden sichzwar konkrete Nachfragen aber weder bewußt noch unbewußt polemische und / oder rabulistische Töne zu deiner Person, so daß dein Einwurf “Ad hominem” wohl Fragen aufwirft.
    Die konkrete Mahnung, doch mal die eigene Position (wie du das z.B. selber deutlich von Antje Schrupp einforderst) endlich auch mal hinzuzufügen, die „eigene Sicht“, umgehst du schon wieder, und diese Nachfragen verstehst du doch nicht etwa als „ad hominem“?

    Falls doch, so müßtest du dir das dann zu deiner Anfrage an Antjes Glaubensbekenntnis doch auch nachsagen lassen, oder sehe ich da etwas schief?
    Wo da wohl eine argumentative Fehlleistung sich zeigt – bzw. versteckt, was meinst du?

  12. @ Sternenguckerin
    „Ich gehe z.B. gar nicht davon aus, dass man heute noch so etwas wie “den Kern” des Christ_In seins allein auf biblische Inhalte respektive christliche Dogmen (die es ohne biblische Inhalte ja gar nicht gäbe) abstellen kann.“

    Dieser Punkt wurde bereits geklärt
    “Die Menschwerdung Gottes stellt eine theologische, dogmatische Lehre des Christentums dar. Sie gehört zum Kern aller christlicher Glaubenstraditionen. Sie heißt auch Fleischwerdung Gottes (Inkarnation, von lat. caro, Fleisch)”

    „Ich mutmaße sogar, dass immer weniger Menschen, die sich selbst als Christen oder Christinnen bezeichnen, wirklich ganz genau wissen, warum sie das eigentlich machen und auf welchen historischen und kulturellen Wurzeln das aufbaut.“ Hier stimme ich dir zu. Deshalb möchte ich etwas zur Klärung beitragen 🙂

    1. @Burhanuddin1
      Du schreibst:
      „Dieser Punkt wurde bereits geklärt
      “Die Menschwerdung Gottes stellt eine theologische, dogmatische Lehre des Christentums dar. Sie gehört zum Kern aller christlicher Glaubenstraditionen. Sie heißt auch Fleischwerdung Gottes (Inkarnation, von lat. caro, Fleisch)”

      „Geklärt“ ist damit allerdings überhaupt nicht, was der Kern des Christentums für Leute ist, die mit der Menschwerdung Gottes z.B. nix anfangen können, oder für die dieser Punkt in ihrem Glaubensleben gar nicht so wichtig ist, und die sich trotzdem Christen nennen und nach christlichen Grundsätzen leben.
      Dein Zitat oben ist eine schöne Wiedergabe dessen, was „geschrieben“ steht, und was sicherlich von einem Teil der Christ_Innen auch genau so geglaubt wird.
      Aber ist es damit automatisch für alle Zeiten „die Wahrheit™“ ???
      Wenn es für Dich nur nach der Buchlehre geht, ist ja jede weitere Diskussion wenig sinnvoll, bzw. dann kann man das tatsächlich mit Zitaten bedienen und einen Haken dran machen.
      Langweilig.
      Das Christentum ist doch genauso Wandel und Umwälzungen unterworfen wie jede andere Religion auch. Kann man bestens an Weihnachten sehen, was eben im Original (und selbst das ist ja umstritten!) kein Fest der Liebe und der gegenseitigen Zuwendung war, was aber selbst in sog. christlichen Haushalten oft genau das darstellt, weil viele mit der Inkarnation, der Dreifaltigkeit und anderen Ideen gar nicht so viel anfangen können. So wandelt sich tatsächlich der konkrete Inhalt des Menschwerdungsfestes, wie es ja eigentlich korrekter Weise heissen müsste, wollte man an diesem „Dogma“ festhalten.

      Zur Menschwerdung hat Antje ja auch was geschrieben hier im Blog, schau doch mal da rein wenn Du magst.

      1. Das habe ich auch bereits beantwortet. „Natürlich ist mir die Bandbreite der “christlichen Interpretation” bewusst. Man muss sich aber klar sein, was es im Kern immer noch heißt, “Christ” zu sein.“

  13. Ich bin etwas erstaunt über die Verweigerungshaltung, die Sachlage aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten (ähnlich der „Speziezismus“ Erläuterung im anderen Thread). Vielleicht drücke ich mich auch missverständlich aus, deshalb versuche ich es mit einer Analogie, Nehmen wir mal an, es gäbe eine vegane Sekte, die sich grundsätzlich, selektiv und exklusiv auf Ray Kroc, den Gründer von McDonalds beruft. Und „McDonalds“ als vorbildliches Ernärungsmodell preist.
    „Wir können vegan sein, weil Ray Kroc seinen Hamburger mit einer Gurkenscheibe servierte.“
    Ich würde sagen vegane Lebensweise fein, super, aber dann beruft euch doch auf Mahatma Ghandi oder das grüne Veggiemonster vom Planeten Tofumaxx, wen ihr glaubwürdig sein wollt.

    1. @Burhanuddin1:
      .“Wir können vegan sein, weil Ray Kroc seinen Hamburger mit einer Gurkenscheibe servierte.”

      That`s life. Vegan sein heisst, nichts vom Tier zu essen.
      Ob dahinter McDoof oder Gandhi steht oder Deine ureigene Überzeugung, steht auf einem anderen Blatt.
      Man kann das nicht mit dem Christ-Sein vergleichen.
      Man kann auch Christ sein bzw. nach christlichen Grundsätzen leben, wenn man nicht an die Menschwerdung Gottes als FAKT glaubt.

      1. „Man kann das nicht mit dem Christ-Sein vergleichen.“ Das kann man, ich tue es.

        „Man kann auch Christ sein bzw. nach christlichen Grundsätzen leben, wenn man nicht an die Menschwerdung Gottes als FAKT glaubt.“
        Das habe ich bereits mehrfach beantwortet. “Natürlich ist mir die Bandbreite der “christlichen Interpretation” bewusst.

    2. Ich hatte neulich schonmal was dazu geantwortet, das ist aber irgendwie verschollen.
      Ist auch egal.
      Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es Dir, @Burhanuddin1, um größtmögliche Konsistenz, ohne die es scheinbar keine Glaubwürdigkeit gibt?
      Tja, ich fürchte, sowas gibt`s schlicht und einfach nicht.
      Da gilt dann ja nur entweder/oder, ganz oder gar nicht.
      Aber so funktionieren wir eben nicht 😉
      Z.B. einer der Gründe, warum ich hier gerne lese: Weil es um Gedanken Ideen von jemandem geht, der sich eben nicht mehr einfach mit dem zufrieden gibt, was mal irgendwann irgendwo zum Dogma erhoben wurde.
      Man kann sich durchaus als Christ_In fühlen (und bezeichnet sich vielleicht auch so), obwohl man nicht an Gottes Menschwerdung als *Fakt* glaubt.
      Stell Dir bloß mal vor, das sagt sogar jemand aus meinem Umfeld, der Pastor ist.
      Das hat nix mit Verweigern zu tun, das hat was damit zu tun, dass die Welt und alles sich dauernd verändert und mit ihr Deutungen und Definitionen. Siehe das Beispiel Weihnachten.
      Dass das Traditionalisten nicht passt, ja.
      Müssen alle Seiten mit zurecht kommen und sich überlegen, ob sie die Kampfhandschuhe auspacken wollen, oder lieber im Dialog aufeinander zugehen.

      1. @Sternenguckerin
        Kampfhandschuhe oder …

        Lieber „oder“!
        Mit dir „gucke ich so in jeden Stern“, in welchen auch immer!

        Dabei wird – Achtung @Burhanuddin1 gleich im Anschluß – nirgendwo und von niemandem „etwas schön geredet“ – es sei denn, Burhanuddin1 meint sich damit, da sie ja trotz reichlicher Anfragen noch immer nicht erklären möchte, WAS bitte sie SICH gern schön redet …, obwohl es doch, wie zu sehen ist, da etwas gibt …

        Nur das wäre schon wichtig, wenn Burhanuddin1 verstanden werden möchte, wirklich möchte, oder verstehen lernen möchte, z.B. die @Sternenguckerin.

        Verstehen, heißt erkennen und begreifen, aber längst nicht, diese Erkenntnis teilen, sondern nur erfahren und wissen, wie ein Anderes denkt, tickt.
        Wer allerdings ANGST schon vor dem ERKENNEN und BEGREIFEN anderer Ansichten hat und das abblockt, ist wohl etwas dünn besattelt in seinem Glauben, in seiner Grundansicht, muß diese dann wohl schon selber für leicht erschütterbar halten und sicherheitshalber verstecken.

  14. @Burhanuddin1:
    Danke für dieses Gespräch 😉

    Ich weiss zwar nun gar nicht, was genau ich (oder „man“) mir da schönrede, da ich mich ja gar nicht selbst als Christin bezeichne.
    Oder vielleicht dieser evangelische Pastor, der eine sehr deutlich andere Sichtweise zur Menschwerdung hat als es in der Bibel steht, bzw. der sie nach seiner heutigen Erlebenswelt interpretiert.
    Redet der sich auch was schön?
    Ist der dann kein „richtiger“ Christ nach „Deiner“ Definition bzw. dem, was Du aus den Büchern zitierst, woraus noch nichtmal hervorgeht, ob es jetzt einfach nur Zitate oder auch Deine eigenen Überzeugungen sind?
    Ich finde es einfach spannend, mir anzuhören oder drüber zu lernen, was alle möglichen religiösen Leute so über ihre Religion denken, und wie sie sie in diesem Jahrtausend er-leben.
    Und wenn das mit althergebrachten Ansichten kollidiert, macht mich das neugierig.
    Muss ich ja nicht notwendigerweise immer alles gut finden.
    That`s it.

  15. @Burhanuddin1:
    Deinen Veganer-McDoof-Vergleich habe ich auf Glaubwürdigkeit bezogen, die Du in Deinem Analogie-Beispiel offensichtlich nicht als gegeben siehst.
    Das „vegane Dogma“ heisst nix vom Tier konsumieren. Punkt.
    Ob Du dabei einen großindustriellen, marketingstrategischen Ansatz (McDoof) oder einen philosophisch-ethischen oder einen moralisch-belehrenden Ansatz verfolgst, hat mit dem KERN nix zu tun, der bleibt immer gleich = nix vom Tier = Dogma.

    Beim Christentum jedoch findest Du die Glaubwürdigkeit in Frage gestellt, wenn jemand eben genau *nicht* ein Dogma zum Kern seines/ihres Glaubens macht oder sich vom Dogma entfernt oder es neu interpretiert.
    Ganz unabhängig davon, dass dieser Mensch vielleicht *trotz* dass er Trinität oder Menschwerdung nicht zum Zentrum seines Glaubens macht, nach christlichen Regeln lebt.
    Daher finde ich eben nicht, dass Dein Vergleich funktioniert.

    Beim Veganismus kannst Du ohne das „Dogma“ (nix vom Tier) nicht vegan sein. No way.
    Christ_In – Sein, christlich leben, das geht aber, auch ohne christliche Dogmen verinnerlicht zu haben.

    1. Wennst moanst. Ich sprach von Analogie, das ist nie deckungsgleich. Ich denke du baust dir hier einen hübschen Strohmann, den du in dann in Stücke haust. Natürlich basteln sich die Leute jeglicher Couleur ihre eigene Glaubenswelt. Meine Kritik gilt einer „feministischen Lesart“ des Christentums bei gleichzeitiger Kritik an einer „maskulinistischen Lesart“. Vielleicht liest du noch mal was ich sagte, vielleicht fällt dann der Groschen. In diesem Kontext find ich meine Analogie ausgesprochen kreativ und treffend 🙂

      „Beim Veganismus kannst Du ohne das “Dogma” (nix vom Tier) nicht vegan sein. No way.
      Christ_In – Sein, christlich leben, das geht aber, auch ohne christliche Dogmen verinnerlicht zu haben.“ Das ist eine unbelegte Behauptung, willkürlich und inkonsistent.

  16. @Burhanuddin1

    „Meine Kritik gilt einer “feministischen Lesart” des Christentums bei gleichzeitiger Kritik an einer “maskulinistischen Lesart”.
    Dann darf man also eine „maskulinistische Lesart“ des Christentums nur aus *einer* einzigen Position/Lesart heraus kritisieren…nämlich…äh…welcher?

    Ok, auf sowas würde ich tatsächlich nicht kommen, interessant.

    “Beim Veganismus kannst Du ohne das “Dogma” (nix vom Tier) nicht vegan sein. No way.
    Christ_In – Sein, christlich leben, das geht aber, auch ohne christliche Dogmen verinnerlicht zu haben.” Das ist eine unbelegte Behauptung, willkürlich und inkonsistent.“
    Das mit den Belegen und so, das hast Du natürlich super gemacht, hätte ich mir natürlich mal `ne Scheibe von abschneiden sollen, ich Dussel.

    1. Ich würde vorschlagen, du fängst noch mal von vorne an und liest meine Kommentare noch mal. Ich beende das jetzt hier, zur Sache ist alles gesagt denke ich. Beste Grüße

  17. Ach weisst Du, mir war das jetzt eigentlich aufschlussreich genug, bei mir ist ein Groschen gefallen, aber ich glaub der ist woanders gelandet, als Du es Dir so vorstellst.
    Grüße zurück.

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