Eine Frage bezüglich der Weihnachtsgeschichte

Heute in der Christmette wurde – Überraschung – die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Und dabei ist mir zum ersten Mal eine Frage gekommen, die ich gerne mal in den Raum stelle: Nämlich warum die Hirten sich zuerst das Kind in der Krippe anschauen mussten, um von der Botschaft der Engel, heute wäre der Erlöser geboren worden, überzeugt zu sein.

Kleine Erinnerung: Die Hirten sind auf dem Feld, während Maria, Josef und das neugeborene Kind in Bethlehem sind. Dass Maria grade ein Kind geboren hat, war kein Geheimnis, wenn es auch wohl nicht viele sonderlich interessiert habe dürfte. Denn erstmal ist ja so eine Geburt nichts Außergewöhnliches. Und jeder, der an dem Haus vorbeigekommen wäre, hätte das wissen können.

Dann treten bei den Hirten Engel auf und verkünden, der Heiland sei geboren worden, und „als Zeichen“ schicken sie die Hirten (die die Botschaft offenbar nicht so ohne weiteres glauben) nach Bethlehem, dort würden sie ein Kind in einer Krippe finden. Die Hirten finden das Kind, sind plötzlich überzeugt, dass die Engel die Wahrheit sagen, und fangen an, das Ereignis herumzuerzählen.

Und das ist doch irgendwie unverständlich. Ich meine, das Kind hatte ja keinen Heiligenschein auf wie in den späteren Bildern, es erzählte keine Gleichnisse vom Reich Gottes und tat keine Wunder – absolut nichts deutete darauf hin, dass das der Erlöser sein soll. Jesus war ein ganz normales Baby. In einer Stadt ein Neugeborenes vorzufinden, ist alles andere als überraschend, es ist doch kein Beweis und kein Zeichen für irgendwas!

Warum also mussten die Hirten sich erst „mit eigenen Augen überzeugen“, dass da auch wirklich ein Kind war? So wie ich es sehe, hätten sie den Engeln auch gleich glauben können (immerhin waren es Engel!) – oder sie glaubten ihnen nicht, dann gibt es aber auch keinen Grund, warum sie ihnen NACH dem Blick auf das Jesusbaby hätten glauben sollen.

Ideen dazu, anyone?

(Und, ich frage natürlich nicht, wie die historische Wahrheit ist, denn die ganze Bethlehemgeschichte ist literarisch. Ich frage nach dem Sinn und nach der Logik in der Erzählung)

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38 Gedanken zu “Eine Frage bezüglich der Weihnachtsgeschichte

  1. Dass Kinder geboren werden, ist nichts Ungewöhnliches, aber dass sie dann in eine Krippe gelegt werden statt in eine Wiege schon. Die Krippe ist also ein Stück Detailwissen, das zeigt, dass die Engel wirklich bescheid wissen, um welches Kind es geht, und nicht einfach so daherreden.

    1. @Susanna – hm, laut einer Ausstellung kürzlich im Frankfurter Bibelhaus gehörten Krippen damals zu normalen Häusern dazu, und in der Geschichte steht nichts von einem Stall. Die Krippe deutet auf Armut hin, ist aber zeitgenössisch wohl nicht so spektakulär wie für heutige Augen. Außerdem hätte jeder, der an dem Haus vorbeigegangen wäre, das sehen und somit wissen können.

      1. Ich war heute nicht in der Kirche, mein Wissen ist also nicht gerade aufgefrischt worden… Krippen waren bestimmt in vielen Häusern, aber dass sie als Ersatz für eine Wiege oder ein Kinderbett genutzt wurden, war wahrscheinlich doch eher unvernünftig. Und ich glaube nicht, dass der Ort der Geburt, egal ob Stall oder Haus, so offen einsehbar war wie die geschnitzten Weihnachtskrippen unter den Weihnachtsbäumen.

  2. Hm, ich finde das nicht so ungewöhnlich muss ich sagen. Wenn ich eine Version oder einen Traum von einem Engel habe, der mir was erzählt, ist das erstmal nur eine Art Traum. Könnte ein Hirngespinst sein oder vielleicht etwas Symbolisches. Wenn ich aber losgehe und da liegt tatsächlich ein Kind in der Krippe wie erzählt, dann beweist das ja auch, dass der Engel echt wahr und die Wahrheit gesagt hat. (Und wenn das mit dem Kind in der Krippe stimmt, ist es damit auch wahr, dass es der Erlöser ist, wie der Engel erzählt hat.) Also für mich ist das quasi der Beweis, dass der Engel echt war und die Wahrheit erzählt hat.

  3. Ich sehe darin eine Parallele zur Auferstehungserzählung: Bei der Geburtserzählung verkünden die Engel an die Hirten, die laufen hin und überzeugen sich von der Botschaft. Bei der Erzählung vom leeren Grab geht die Botschaft des Engels zunächst an die Frauen, die selber zu Botinnen werden, worauf Petrus zum Grab läuft, um selbst zu sehen und sich zu überzeugen. Lukas könnte durch diesen Bezug so eine Art Rahmung des Lebens Jesu gestaltet haben. So kann deutlich werden, dass der Beginn dieses Menschen Jesus hier durch die Brille von Tod und Auferstehung gesehen wird.

    1. @Andrea – Ja, das wäre dann sozusagen eine stilistische Klammer, allerdings bleibt die unlogik, dass „ein Kind liegt in der Krippe“ und „der Erlöser ist geboren“ absolut nichts miteinander zu tun haben, während es zwischen „das Grab ist leer“ und „Jesus ist auferstanden“ einen Zusammenhang gibt. Also das leere Grab kann als Beleg für die Auferstehung verstanden werden, ein Kind in der Krippe aber nicht als Beleg für das Erlösersein
      (Ein anderer Unterschied ist natürlich, dass die Hirten den Engeln nicht glauben, während Petrus Maria Magdalena nicht glaubt)

  4. Das Kind Jesu lag auf dem Stroh.Die Nachricht von der Geburt ging wie ein „Strohfeuer“durch die Gegend.Ist dieser Gedanke zu weit gegriffen? Die Menschen sollten begeistert werden,damals und heute?

  5. Der Sinn des Textes war ja nicht, die Hirten zu überzeugen, sondern die Leser. Große Teile der biblischen Texte laufen nach dem immer selben Schema ab. Zuerst ein Befehl und/oder eine Behauptung, und anschließend der „Beweis“, dass der Befehl ausgeführt wirde und/oder die Behauptung stimmte. Zum Beispiel befiehlt Jahwe Moses bis ins letzte Detail, wie das Zelt für die Bundeslade gebaut werden soll, und wie die Priester gekleidet sein sollen, etc. Um das zu untermauern, wird anschließend ausführlich geschildert, dass das Volk Israel alle Anweisungen genau ausgeführt hat.

    Im Lukasevangelium heißt es dann in der „Weihnachtsgeschichte“: [Engel:]“Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ – [Hirten:]“Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.“

    Dass die Hirten genau das fanden, was ihnen gesagt wurde, soll die Glaubwürdigkeit des Textes erhöhen. Nach dem Motto: Der HERR verarscht Euch nicht, es ist alles genauso, wie er es sagt (oder mitteilen lässt). Weiteres Beispiel gefällig? Markus 14.72: „Und der Hahn krähte zum andernmal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm sagte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er hob an, zu weinen.“

    Man könnte auch einfach sagen, die Evangelisten wollten halt etwas Spannendes aufschreiben. Nicht so etwas Langweiliges wie: „Dann kamen noch ein paar Hirten und fanden den kleinen Jesus in einer Krippe.“ Wenn es aber heißt: „Es geschah genauso, wie es ihnen zuvor gesagt wurde“, dann klingt das schon eher nach einem (weiteren) göttlichen Wunder. So wurde diese Schwarte zum Bestseller… 😉

    Das gleiche Schema findet man übrigens auch in vielen Märchen, z.B. der Gebrüder Grimm. Es würde mich nicht wundern, wenn es dafür einen sprachwissenschaftlichen Fachausdruck gäbe.

    1. @gondlir – Ja, schon klar, aber worauf ich hinaus wollte ist, dass genau dieses Schema in der Weihnachtsgeschichte nicht stimmt, denn dass ein Baby in einer Krippe liegt, ist ja gerade KEIN Beweis dafür, dass der Erlöser geboren ist.

      Eher hört es sich für mich so an, als wollten die Hirten, nachdem sie die Botschaft vom Erlöser gehört haben, das Wunderkind selber sehen, und das „Zeichen“ des Engels bedeutet dann so viel wie „von all den Babies in Bethlehem ist es das, das in einer Krippe liegt“.

      1. Es ging ja um die Erwartung auf die Rettung, da reicht es nicht aus, dass ich davon gehört habe, sondern ich muss es selbst gesehen haben. Deshalb das Zeichen und deshalb mussten die Hirten sich auf die Suche nach dem Kind machen und es sehen.

  6. Die ganze Kausalität von „oh, da ist wirklich ein Baby in nem Futtertrog, also stimmt das, was die Engel uns da grad erzählt haben“ hängt sich (laut Luther Luk2,17) an dem „Da sie es aber gesehen hatten“ auf.
    Stellen wir uns eine Emmerich-Verfilmung inspiriert von der Story vor:
    Ein paar texanische Handwerker sind auf dem Weg zur Baustelle, da landen ein paar Aliens auf der einsamen Landstraße vor ihrem Lieferwagen. Die erzählen irgendwas von einem Typ, der die Erde retten wird und der gerade als Neugeborener in einem aufgesägten Fass an der Tankstelle der nächsten Ortschaft liegt und weil der da liegt, istdass ja wohl genug Beweis.
    (Warum liegt der da? Maria ist mit Joseph soeben hochschwanger illegal über die mexikanische Grenze gekommen und die Tanke nebst Fass war das nächstbeste Stück Infrastruktur um ein Kind zur Welt zu bringen, ohne irgendwelchen Behörden aufzufallen.)
    Die Aliens sind wieder weg und die Kollegen versuchen die Situation erstmal (erfolglos) für sich miteinander klar zu kriegen. Das nächstbeste, was sie tun können ist zu gucken, ob da wirklich ein Baby in einer Tonne liegt. Und das tut es in der Tat. Sie leiden also nicht an einer mysteriösen spontanen Kollektivpsychose und erzählen es entsprechend allen die ihnen über den Weg laufen. Man stelle sich nun vor, die Handwerker würden rumrennen und erzählen, „wir haben von ein paar Aliens gehört, an der Tanke liegt ein Baby in nem Fass, aber wir haben nicht nachgeguckt (obwohl die Aliens uns das sogar empfohlen haben)“. Das macht plottechnisch wenig Sinn.
    Zurück zum biblischen Original.
    Da es Engel mit ensprechenden Spezialeffekten sind, ist dem Beweisbedarf, dass irgendetwas göttliches vor sich geht grundsätzlich genüge getan. Doch wer würde nicht zunächst an sich selber Zweifeln, nach dieser Begegnung der 3. Art, welche fundamental dem eigenen Erfahrungshorizont widerspricht? Die Engel selbst liefern aber eine Suggestion, NLP (bzw Kausaldefinition a la TV-Logic) mit, mit der Hirten (wie Lesende) auch innerhalb des Erfahrungshorizontes eine entsprechende Reallife-Bestätigung für das Geschehen bekommen. Ein Baby in einer nicht alltäglichen aber prophezeiten denkbaren Situation, real wahrnehmbar, damit kann Mensch umgehen. Check!
    Die profane Existenz dieses Babies, eben ohne Heiligenschein sondern als permanente Materie, die nicht gleich wieder wegfliegt wie Engel, ist doch das zentrale Narrativ der ganzen Story und Botschaft: Gott ist auf die Erde gekommen (in Form seines Halbgottsohnes) an dem sich Mensch („alle Völker“) durch seine fleischgewordenen Manifestation festhalten können.

  7. Für mich verweist diese Konstallation in der Geschichte darauf, dass es so wichtig ist mit Menschen konkret in Berührung zu kommen, nicht nur abstrakt von ihnen zu hören.

  8. Ich würde mich da Gondlir anschließen: Der Dreiklang aus Verkündigung, Zweifel und anschließendem Beweis ist einfach ein Stilmittel, die Glaubwürdigkeit der Geschichte zu erhöhen.

    Vermutlich denkst du da auch einfach zu viel nach. Natürlich ist das Kind in der Krippe streng genommen kein Beweis für irgendetwas, aber ich würde behaupten, den allermeisten Leuten – den Autor eingeschlossen – fällt dieser kleine Logik-Lapsus schlicht nicht auf.

    Ein bisschen weiter gedacht, ist die Aussage hinter diesem Muster: „Die Protagonisten glauben erst, nachdem sie es gesehen haben. Du Leser aber kannst sogar noch fester im Glauben sein, wenn du nun einfach die Erzählung glaubst.“

    Das wird ja in der Geschichte von Thomas und den Wundmalen dann von Jesus auch explizit so gesagt, wenn ich mich Recht erinnere.

    1. @Lars – Diese Interpretation der Thomasgeschichte teile ich nicht, (obwohl sie allgemein verbreitet ist), sie ist mir zu moralisch. Es ist ja völlig unsinnig, etwas zu glauben, ohne es zu überprüfen, wenn man es prinzipiell überprüfen könnte. (Glauben muss man Dinge, die man NICHT überprüfen kann.) Die Thomasgeschichte verstehe ich so, dass wir heute das ruhig glauben können, WEIL Thomas so schlau war, es an Ort und Stelle zu überprüfen, als er noch die Möglichkeit hatte, sozusagen stellvertretend für uns spätere 🙂

  9. Das geknickten Rohr wird er nicht zerbrechen…(Jes.?).Der Halm vom Rohr gibt Stroh und gibt einen Strohhalm „an dem die Menschen sich festhalten können“.Das Stroh lag in der Krippe.Sich an einem Strohhalm festhalten als letzte Rettung,kann lebenswichtig sein.Eine allgemeine Erwartung war in den letzten Jahrhunderten zuvor von einem Erlöser der kommen wird vorhanden.Deshalb war es eine Sensation für die Hirten, dass sie diese Botschaft persönlich bekamen.Die Reaktion der Hirten und Menschen ist doch,man/Frau will dabei sein und Anteil haben am Geschehen.Wenn durch das Radio verkündet wird Obama wird im Grossmünster-Zuerich eine wichtige Rede halten,so glauben die Menschen das und strömen dorthin um dies mitzuerleben.Das sogenannte gewöhnliche Kind lag in einem Futtertrog,das war ein Teil der Sensation.

  10. hätten aliens gerade mit mir Kontakt aufgenommen, wäre es mir recht egal, ob da ein Einwandererkind an einer Tankstelle zur Welt gekommen wäre. Aber ich verstehe diese alten Geschichten eh nicht. Bis zu seinem eventuellen Tod kannte ihn k(aum)einer und hundert Jahre späeter gibt es zwar eine Geburtsgeschichte aber keine Jugenderzählungen dazu.

    Was die Leute sich halt so ausdenken, um Sachen wichtig zu machen. Engel, Wunder, G’schichterln halt.

  11. @Antje
    Die Bibel enthält keine Beweise, keinen einzigen. Außer Büchern über Mathematik oder Logik gibt es auch gar keine Bücher, die Beweise enthalten. Dass etwas „wahr“ ist, weil es geschrieben steht, ist ebenfalls eine unbewiesene Behauptung, die von einigen Büchern verbreitet wird.

    Der Text aus dem Lukasevangelium kann und will nichts beweisen. Es ist „nur“ ein schriftstellerischer Trick, um Leser zu bekehren. Und selbst wenn da fünfhundert Engel gewesen wären, die jeder etwas anderes erzählt hätten, wo und wie die Hirten den neugeborenen König der Juden finden würden – überliefert wird immer nur von denen, die (im Nachhinein) Recht hatten.

    Es ist haargenau wie bei der Homöopathie, ebenfalls eine Sache des Glaubens: Wenn jemand anzweifelt, dass Homöopathie wirkt, dann hat jeder Gläubige eine Anekdote parat, um Zweifler zu überzeugen. Wenn mir allerdings jemand erzählt, er kenne jemanden, der sich Globuli hat verschreiben lassen, und nach der Einnahme ging es ihm tatsächlich besser, dann ist das eben kein Beweis dafür, dass Homöopathie wirken würde.

    So ist eben auch die Bibel kein Buch der Beweise, sondern voller Anekdoten, die die Leser vom Glauben an das Beschriebene überzeugen sollen. Deshalb die Engelshow: „Du glaubst nicht an Engel? Aber es ist exakt so passiert, wie sie gesagt haben…“

    Niemand wusste zu jener Zeit, was aus diesem Baby werden würde. Die Geschichte über seine Geburt wurde erst nach seinem Tode aufgeschrieben. In der Zeit dazwischen hatte die Fantasie reichlich Gelegenheit, die Geburt des Messias mit wundervollen Anekdoten auszuschmücken. Wäre Jesus nicht ca. dreißig Jahe später gekreuzigt worden usw., dann hätte sich niemand die Mühe gemacht, die Geschichte seiner Geburt niederzuschreiben.

    Es ist halt so, dass bei der Geburt von Boris Becker oder Angela Merkel noch niemand wusste, was aus denen später mal werden sollte. Wie auch bei unserer eigenen Geburt. Die einzigen Ausnahmen sind – bis heute! – Thronfolger, wie man in diesem Jahr bei Baby George erleben konnte. Könige sind halt etwas anders als wir, schon von Geburt an. Und um das beim „König der Juden“ klarzustellen, wurde die Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben. Wieviel davon mangels Reporter vor Ort erdichtet wurde, wage ich nicht einmal zu schätzen.

  12. Wann immer wir als Kinder die Hirtenszene im Krippenspiel aufgeführt haben, wurde uns das dramaturgisch klargemacht: Die Engel mit ihrer überirdischen Lightshow haben die Hirten mitten aus ihrem Schlaf gerissen, und ehe die auch nur „ja, aber…“ sagen konnten, waren sie – plopp – auch schon wieder weg. Zurück blieben Hirten im Halbschlaf (und eben nicht am Steuer eines Lieferwagens!), die sich sehr wohl erst einmal gegenseitig überzeugen mussten, dass sie gerade überhaupt etwas gesehen hatten und nicht einem kollektiven Traum (das Wort kollektiver Rauschmittelkonsum werfe ich gar nicht erst in die Runde) erlegen waren. Und dafür brauchten sie in der Tat den einfachen Beleg, dass es sich genau so zugetragen hatte, spektakulär oder nicht. Dass in der Krippe wirklich Gottes Sohn lag, konnte damals niemand nachprüfen, hätte ein paar versoffenen Hirten eh‘ niemand geglaubt, und so war es ja auch – Jesu Kindheit und halbe Jugend verliefen biblisch ereignisarm. Hätten die Hirten das Wort der Engel korrekt verbreitet, wäre es gegangen wie im „Life of Brian“, und Scharen von Schaulustigen hätten am Stall gestanden, Jesus hätte vom Baby zum Knaben keine ruhige Minute gehabt, sondern Jünger, die sein erstes Lallen bereits in Gleichnisse übersetzt hätten.

  13. @Antje: Mein Zugang zum Christentum ist ja mediävistisch geprägt, deswegen kenn ich vor allem die mittelalterlichen Interpretationen, und die tendieren nach meiner Beobachtung meistens schwer ins Moralische. ^^

  14. Ich vermute, es hat mit dem „Schema“ Verheißung/Erfüllung zu tun, das vor allem im Matthäus-Evangelium vorkommt („Dies geschah, damit die Schrift erfüllt wurde…“). D.h., es wird etwas angekündigt und durch ein „Zeichen“ bekräftigt/bestätigt/erfüllt. Das war wohl damals ein übliches Stilmittel der Erzählung. Die Hirten „glauben“ also nicht erst durch das Zeichen.

  15. ich vermute eine direkte Verbindung zwischen der plötzlichen Himmelserscheinung und Verkündigung der Engel (noch im Halbschlaf und eher wie ein Traum) und dann der tatsächlichen Realität eines Neugeborenen mit charismatischer Ausstrahlung und Komet über dem Stall – ein überwältigendes Erlebnis, das in seiner Eindeutigkeit „das ist Gottes Sohn“ so überzeugend ist, dass die Hirten und später auch die Könige sofort auf die Knie fallen und das Kind anbeten. Nenn es Wunder oder Psychose, ich denke, das ist eine Erfahrung, die für die Beteiligten in diesem Augenblick völlig klar und eindeutig ist, aber im Nachhinein und für Leute, die nicht dabei waren, schwer zu erklären.

  16. Ich wollt ja gleich was schreiben und jetzt ist es spät geworden.
    Also: Große Literatur mit entsprechendem Feinschliff sind die Evangelien natürlich nicht.
    Ich stieß mich immer an: „Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt“ – Jo mei, das ist ja wirklich kein Erkennungszeichen – eher ein negatives Statussymbol, s.u. In einem Futtertrog lagen viele andere auch – nicht das Dümmste in den damaligen Verhältnissen: Die sog Wohnhäuser waren oft Kombination von Vieh-Unterkunft mit Wohn/Schlaf/Essraum, abgetrennt (aus quasi hygienischen Gründen) nur die Speisekammer (das „Kämmerlein“ zum Beten). Wohnhöhlen waren erst recht solche Kombinationen. Und in der Lukas-Geschichte denke ich an Karawanserei: ummauerter Innenhof für Mensch und Vieh und Waren. Man kann dazu (im Internet mit Bildsuche unter diesem Stichwort ) Beispielbilder in tausend verschiedenen Formen finden. In Karawansereien ist es sicher sinnvoll, Neugeborene in einen Futtertrog zu legen, damit kein Vieh und niemand, der nachts mal musste, drüber tappt. Und wenn der Futtertrog in einer windgeschützten Ecke der Karawanserei ist, umso besser.
    Dass die Hirten zum Jesuskind kommen sollen, verstand ich allerdings weniger als Kontrollbesuch, ob die Engel auch recht haben; sondern: Die Hirten gehen hin, den neugeborenen „Heiland“ zu begrüßen, ihn selber zu sehen und den Leuten beim Neugeborenen von der Engels-Botschaft zu erzählen (V17!). Im „Stall“ bzw. der Karawanderei ist ja wirklich nichts Besonderes sichtbar. Dass da was Besonderes sei – das müssen erst die Engel und dann eben denen im „Stall“ die Hirten mitteilen.
    Dem Neugeborenen sieht man natürlich nichts an – so wenig wie man einem neugeborenen Prinzen seine künfrigen Herrscher-Funktionen ansieht. Aber man sieht bei den Prinzen, so man vorgelassen wird, das Ambiente. Und man sieht bei diesem Jesus die etwas anrüchigere Umgebung. Man könnte ja sagen: Das Zeichen des Messias – der Futtertrog und die schmutzigen Windeln… Vielleicht will Lukas (bzw die ihm vorausgegangene Erzähltradition) darauf hinaus.
    Aber wie gesagt: Bei dieser Art einer nicht ganz fein geschliffenen Literatur muss nicht alles ineinander passen.

  17. Von Schafen steht nichts bei Lukas, nur von einer Herde. Und die schläft des Nachts ebenfalls, denn weder Schafe oder Ziegen, noch Rinder oder Kamele sind nachtaktiv. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich die Tiere sehr erschreckt haben müssen: Zuerst leuchtet „die Klarheit des HERRN“ um den Engel, und dann treten auch noch „die Menge der himmlischen Heerscharen“ auf, und fahren nach einem „Gloria in excelsis deo“ ohne weitere Zugabe wieder „gen Himmel“. Muss ’ne geile Show gewesen sein, aber wie die schlafenden Tiere darauf reagierten, wurde uns leider nicht überliefert.

    Vielleicht haben sie aber auch gar nicht darauf reagiert, weil es nur eine Halluzination eines oder mehrerer Hirten war? Ich meine, ein allmächtiger Gott müsste doch auch Halluzinationen erzeugen können, nicht wahr? Notfalls mit Hilfe von Alkohol oder anderen damals verbreiteten Drogen. Vielleicht handelte es sich aber auch nur um die Aura eines Hirten mit Migräne?

    Und da die ganze Sache erst Jahrzehnte später aufgeschrieben wurde (und bis dahin vermutlich per „Stille Post“ verbreitet wurde), kann es auch sein, dass die Reihenfolge nicht ganz stimmt. Der Hirte erinnerte sich vielleicht erst nach seinem Besuch im Stall an seine Vision, nur aus dramaturgischen Gründen wurde daraus später ein „lasst uns doch mal in Bethlehem nach der Geschichte schauen, die uns eben erzählt wurde.“

    Und was die Krippe betrifft: Das ist doch gerade der Gag bei der Geburt des „Königs der Juden“! Wie schon weiter oben ausgeführt, war die Geburt eines zukünftigen Königs schon immer ein großes Ereignis. Denn man wusste ja beim Erstgeboreren, dass er einst der Nachfolger werden würde. Um nun einerseits zu zeigen, dass Jesus ein König ist bzw. sein wird, wird über seine Geburt berichtet. Andererseits zeigen die Umstände jedoch gleich, dass er anders ist. Er sagt ja später auch über sich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

    Der Messias wurde damals aber wirklich als (weltlicher) König der Juden erwartet, also als Nachfolger des berühmten David. Um das zu untermauern, gibt es zu Beginn des Matthäusevangeliums sogar einen kompletten Abstammungsbaum vom Urvater Abraham über König David bis zu Jesus, der damit als Nachfahr Abrahams und Davids gelten sollte. Der Witz dabei ist allerdings, dass die Abstammung dort über Joseph läuft, der ja – im Gegensatz zum Heiligen Geist – angeblich an der Zeugung des Erlösers gar nicht beteiligt gewesen sein soll.

    1. „Der Witz dabei ist allerdings, dass die Abstammung dort über Joseph läuft,“

      Was eigentlich (mir ungebildetem Heiden) zeigt, dass das G’schichterl von einem Nichtjuden verfasst sein sollte. Bis heute gilt die mütterliche Abstammung als Beleg des Jüdischen. Und Jesus sollte ja Jude gewesen sein.

  18. Hallo! Ich dachte immer, die Hirten gehen zur Krippe um Geschenke zu bringen und zu huldigen, und nachdem das erledigt ist gehen sie es allen weitersagen 🙂
    Dh, die waren von vorneherein ueberzeugt das das Kind der Erlöser ist. Stimmt das nicht?
    Vielen Dank fuer diesen Text bzw ganzen Blog, das sind endlich einmal religioese Ueberlegungen mit denen ich etwas anfangen kann.

  19. Guten Tag, und vielen Dank für die interessanten Kommentare!
    Nun, die grundlegendste Frage, die ich mir im Zusammenhang oft gestellt habe ist doch: wie kann es sein, dass an Weihnachten die Geburt des so verehrten Jesuskindes gefeiert wird, wo doch die Herabkunft des Hl.Geistes, also die Inkarnation des Christus auf Jesus von Nazareth, erst zur Taufe im Jordan stattfand?
    Wenn wir das wüssten, wüssten wir ja eigentlich auch, was es mit dem Stern auf sich hat, von dem all die Engel doch ausgingen, oder?
    Und ganz nebenher hätte man auch ein Beispiel, wie Glauben und Wissen eins sein können, da das gesamte Erlebnis ja beides anspricht. Man kann durch Forschung herauskriegen, worum es geht, aber auch auf dem Weg über das Gemüt…
    Herzlicher Gruß, Kerstin Schade

  20. …sehr interressant, all die Kommentare…ist ein neugeborenes hilfloses -unsere Liebe beduerfendes- Wesen, nicht anschaungswert und ein Wunder? wer moechte das nicht sehen? und dann auch noch das “Verheissene“……?!
    Frohe Weihnachten! Oh Freude, ueber Freude….!
    Kerstin, frueher haben die Menschen vielmehr mit den Sternen und Zahlen gelebt, daraus wird manches Wunder auch sichtbar….

  21. @ Antje: Vielen Dank für die anregende Frage. Auf den ersten Blick glaube ich auch, dass es sich hier um das Schema von Ankündigung und Erfüllungszeichen handelt, das die Leser des Lukas aus der jüdischen Tradition kannten. Aber was bedeutet das für mich heute? Von einem Beweis würde ich in den Zusammenhang nie sprechen. Für mich handelt es sich in der lukanischen Kindheitsgeschichte um narrative Theologie, d.h. Glaubenserfahrung in Form von Geschichten. Und die sind für mich wahr, nicht weil sie logisch schlüssig etwas beweisen, sondern weil sie sich in Bildern dem Geheimnis Gottes nähern und etwas Wahres über ihn aussagen. In der angefragten Szene geht es für mich darum, dass die Niedrigen der Gesellschaft Gottes Herrlichkeit als erste erfahren, etwas, das bis dahin nur die Auserwählten und Führer erfuhren. Ihnen steht plötzlich der Himmel offen! Das war nichts Idyllisches, sondern eine umwerfende Erfahrung, so dass es ihnen Angst machte und der Engel sie beruhigen musste. Und das war ja auch erst der Anfang, denn Gott wollte nicht länger da „oben“ in seiner Herrlichkeit bleiben, sondern sich ganz konkret in Liebe den Menschen zuwenden, ihnen nahe, spürbar und berührbar sein. Darum der geniale Ansatz, dass das Wort Gottes, das schöpferische Wort, aus dem alles wurde, Mensch wird. Darum der Verweis an die Hirten, nicht bei der Himmelserscheinung stehen zu bleiben, sondern das Kind zu suchen. Denn mit ihm wird Gottes Geschichte weitergehen.
    Mit dieser Szene bringt Lukas dieses Geheimnis Gottes und Jesu Christi für mich in ein schlüssiges Bild – auch wenn wir bis heute zu recht zweifeln können, ob es sich jemals so zugetragen hat und sie denn damals das „richtige“ Kind in der Krippe gefunden haben – für mich als Glaubenden ist das völlig egal.

  22. Ich stimme Boehme zu. Die Hirten suchen Jesus nicht als Beweis für die gehörte Verkündigung, sondern um sich an Ort und Stelle zu freuen.über das Wunder. Ich kann ja etwas glauben und danach leibhaftig mit allen Sinnen (Sehen, Hören, Anfassen)wahrnehmen wollen, was ich glaube – ohne, dass das eine das andere in Frage stellt.
    Und nur dadurch, dass sie die Verkündigung schon vorher geglaubt haben, ist das Kind in der Krippe überhaupt etwas Besonderes für sie. Heißt es nicht, sie wollten ihm huldigen?

  23. Die Geburtsgeschichte wurde von Lukas der antiken Umwelt erzählt, weil jeder anständige Gott eine Herkunftsgeschichte vorweisen konnte. Auf hessich würde gefragt: „Wem seiner bist dann du?“ Lukas antwortet: Jesus ist wahrer Gott, weil von Anfang an Gott seine Hand im Spiel hatte. Die Hirten sind da Teil der gesamten Darstellung, ebenso wie die Engelsverkündigung der Schwangerschaft, Namensgebung, Josefstraum, Elisabeth-Begegnung und später simeon und Hanna im Tempel.
    Spannend sind die Punkte, wo Lukas vom antiken Schema abweicht. So ist gott eben am Rand geboren, im Vorort Betlehem sozusagen statt im Tempelort Jerusalem, im Nebenraum statt im Palast, von armen und verachteten Hirten erkannt und nicht von bedeutenden Mänenrn (die 3 Weisen aus dem Morgenland kommen ja nur bei Matthäus vor).

  24. Ksenja stimme ich weitgehend zu. Aber die *Abweichung vom antiken Schema* hat natürlich ihre eigenen Reize: Bethlehem ist nicht nur ein Vorort Jerusalems sondern auch die Heimat eines Hirtenjungen 1000 Jahre vorher: David. Insofern – auch wenn man das durchaus so herum betonen darf: Die Hirten sind nicht nur die Verachteten, sie erinnern auch an David. Der wird ja oft genug genannt in der Geschichte.
    Die Bethlehem-Tradition hat bei Lukas und bei Matthäus ihr Gewicht, ihre Zuspitzung auf die Davids-Nachkommenschaft. „Nur“ haben sie die sehr unterschiedlich verarbeitet. Beispielsweise ist bei Bethlehem der eigentliche Wohnort v Maria u Joseph. Nur ersatzweise landen sie später in Nazareth.

  25. Kann es nicht auch sein, dass Jesus etwas so Besonderes an sich hatte, dass der Blick der Hirten auf das Kind sie wirklich davon überzeugt hat? Etwas, das nicht zu sehen war wie ein Heiligenschein, aber fühlbar, weil von diesem Kind eine Ausstrahlung ausging, die es von anderen unterschied. Ich stelle mir das Gefühl so vor, wie wenn man jemanden trifft, mit dem man sich sehr verbunden fühlt, als würde man ihn schon lange kennen oder ihm gerade wiederbegegnen, obwohl man ihn gerade erst kennenlernt, und der für einen eine besondere Bedeutung hat, wie eine Seelenverwandschaft, nur bei Jesus noch viel intensiver…
    Jesus war ein Mensch mit einer besonderen Wirkung, und dargestellt wurde diese besondere Ausstrahlung später als Heiligenschein. Aber um zu wissen, dass es dieses Kind war, das die Engel meinten, und nicht irgendeines, mussten die Hirten es sehen und seine „Aura“ wahrnehmen, um davon erzählen zu können.
    Ich denke auch, dass die Menschen in der Zeit damals noch viel intuitiver fühlten als wir heute, wir fangen gerade erst wieder an, unsere Verbindung zum Göttlichen zu spüren, nachdem wir uns in den letzten 300 Jahren mit der Entwicklung der modernen Wissenschaft von dieser Ebene zeitweise völlig entkoppelt haben. Deshalb können sich viele auch nicht mehr vorstellen, dass man so etwas fühlen oder wahrnehmen kann, und wie sich das anfühlt… Aber die interessante Frage hat mir das bewusster gemacht – es kann damals wirklich etwas spürbar gewesen sein im Wesen dieses Kindes…

  26. LiebeR Boehme Eljisu,
    nun ich denke daran dass es im Alten Testament doch hiess: wer Gott schaut, muss sterben! Und nun liegt da das Gotteskind in der Krippe! Wenn du die alten Kulturen anschaust, jedenfalls unsere sogenannten Hochkulturen, dann wird ja auch klar dass man nicht öffentlich hätte von inneren Wahrheiten sprechen können, ohne zugleich den Feinden zuzuspielen. Denn wenn man einfach so den Menschen verkündet hätte, dass der Mensch von Gott frei gedacht ist, und sich der gefallenen Welt zuwendet, auch dann wenn er sich mit institutionalisierter Religion befasst, dann wäre vielleicht etwas geschehen, was gar nicht in Gottes Plan gewollt ist. Denn die religiösen Institutionen sind ja gottgewollt, oder? Daher gab es keine öffentlichen Blogs zum Diskutieren, das ist erst in unserer heutigen Kultur möglich, sondern nur besondere Kreise von ausgebildeten Menschen, die das alles diskutierten. Damit alles gut läuft.

    Christus aber hat die Erkenntnis nicht nur allen Menschen wieder geöffnet, sondern man kann es sogar ohne bildhafte Sprache, also klar und direkt ansprechen 😉 Das hat Gott gemacht. Also: fürchtet euch nicht! 😉
    Klar, klar, wenn man schon immer zu den Auserwählten gehörte, erkennt man auch die 7 Sonnengeister in dem Stern, die Elohim, die schon von ganz zu Anfang an dabei waren…
    Soweit das Angesicht…

  27. Ich habe zu Jesus Geburt mal eine Frage, worauf ich bisher immer die verschiedensten Antworten bekomme. Wurde Jesus auf natürlichem Wege geboren ?
    Zu mindestens die katholische Kirche spricht von der Jungfrauengeburt – was auch immer das gewesen sein soll.
    In der Bibel 1. Matthäus 25 steht wenigstens: „Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar: und hieß seinen Namen Jesu.“
    Außerdem behauptet die katholische Kirche, Maria sei Zeit ihres Lebens Jungfrau geblieben.
    Was ist also mit den Brüdern von Jesus. Wo kommen die her?
    Vielleicht Antje können Sie mir dazu etwas sagen.

    1. @Irene – Meiner Meinung nach war das eine ganz normale Geburt. Die Dogmen der katholischen Kirche interessieren mich ja nicht, und ich weiß auch nicht, wie sie sich bezüglich der Brüder herausargumentieren, aber irgend eine Spitzfindigkeit gibt es ja immer 🙂 _ Jedenfalls gibt es meiner Meinung nach keinen Grund, warum Jesus NICHT auf ganz normale Weise geboren worden sein soll, im Gegenteil, das ist doch gerade der Witz an der ganzen Sache.

      Ich sehe es so: Das Christentum hatte die sehr radikale Idee, dass Gott ein Mensch ist. Aber dann haben sich die Theologen ein bisschen vor ihrer eigenen Radikalität gefürchtet und so eine Art „Wundermensch“ daraus gemacht, und die Jungfragengeburt war ein Teil dieser Erzählung.

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